Auch Frankreich hat aufgrund der zunehmenden Geflügelpest nun eine allgemeine Stallpflicht für Geflügel eingeführt. Die Behörden haben alle Freiland-Geflügelbetriebe angewiesen, ihre Tiere drinnen zu halten.
Den Tierhaltern wurde gesagt, dass sie diesen Winter Netze installieren und ihr Geflügel im Stall halten sollen, um möglichen Kontakt mit infizierten Zugvögeln zu vermeiden.
Das Risikoniveau für Geflügelpest wurde am Freitag im französischen ländlichen Raum aufgrund zunehmend bestätigter Infektionen auf „hoch“ erhöht. Bereits im September hatte Frankreich das Alarmniveau für Geflügelpest auf „mäßig“ angehoben, nachdem in den Ardennen eine schwere Virusform entdeckt worden war.
Zu den neuen Einschränkungen gehören ein Verbot von Geflügelausstellungen und Wettflügen bei Taubenwettbewerben bis März, während Vögel in Zoos ebenfalls eingesperrt oder geimpft werden müssen.
„Seit Anfang August wurden 130 Fälle oder Ausbrüche der aviären Influenza bei Wildvögeln oder auf Höfen in Europa entdeckt“, heißt es in einer Erklärung des französischen Landwirtschaftsministeriums. Geflügelhalter in Dänemark, Deutschland und den Niederlanden haben in den letzten Wochen alle Ausbrüche gemeldet. Auch niederländische kommerzielle Betriebe erhielten letzte Woche den Auftrag, sämtliches Geflügel drinnen zu halten, während in Flevoland und andernorts zehntausende Tiere getötet wurden.
Zudem befindet sich der Südwesten Frankreichs noch immer im Wiederaufbau nach einem früheren Ausbruch, bei dem im vergangenen Winter mehr als 3,5 Millionen Vögel getötet wurden. Die französische Regierung hofft, durch verschärfte Maßnahmen in diesem Winter einen ähnlichen massenhaften Ausbruch zu verhindern. Derzeit gestattet die Regierung, dass Geflügel, das älter als zehn Wochen ist, dennoch in Ställen oder kleineren Räumen gehalten werden darf.
Die Stallpflicht wird jedoch von französischen Geflügelhaltern häufig behindert, da der Weihnachtsverkauf von Truthähnen und Foie gras rund um die Weihnachtszeit bevorsteht. In einer gemeinsamen Erklärung sagten die Gewerkschaften Confédération Paysanne und Modef, die französische Regierung habe „vielen Bauern den Krieg erklärt“.
„Der Landwirtschaftsminister entscheidet sich dafür, die Freiland-Branche zu opfern, in der Hoffnung, den industriellen Sektor so lange wie möglich exportieren zu lassen“, erklärten sie. Bislang sind die kommerziellen Betriebe in Frankreich noch „frei“ von Geflügelpest, was bedeutet, dass der Exportverkauf bislang nicht beeinträchtigt ist.

