Getreidebauern hatten bereits früher angedeutet, dass die Ernte in diesem Jahr eine der schlechtesten der letzten vierzig Jahre sein könnte. Die neuesten Zahlen bestätigen diese düstere Prognose. Im Vergleich zum Vorjahr wird erwartet, dass die Getreideproduktion um 10 Millionen Tonnen zurückgeht.
Die Lage ist bei der Weizenernte besonders dramatisch. Frankreich, normalerweise der größte Produzent und Exporteur von weichem Weizen in Europa, verzeichnet eine der drei niedrigsten Ernten der letzten vierzig Jahre. Ein nasser Winter und zu wenig Sonnenschein haben die Felder beeinträchtigt. Die Ernte wird voraussichtlich 25 % unter dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre liegen; es werden lediglich etwa 26 Millionen Tonnen erwartet.
Und auch die französischen Winzer haben keinen Grund zum Feiern. Laut dem Bericht des Ministeriums werden die Weinernteerträge in fast allen französischen Anbaugebieten deutlich zurückgehen. Schuld daran sind Krankheiten des Weinstocks, vor allem bedingt durch eine hohe Luftfeuchtigkeit und schwierige Wetterbedingungen wie Frost und Hagel.
Die Weinproduktion wird in diesem Jahr voraussichtlich zwischen 40 und 43 Millionen Hektoliter liegen – 10 % bis 16 % weniger als 2023 und 3 % bis 10 % weniger als der Durchschnitt der Jahre 2019 bis 2023.
Angesichts dieser düsteren Aussichten hatte die französische Regierung bereits Ende Juli angekündigt, bei einer schlechten Ernte spezielle Hilfen für die Getreidebauern zu aktivieren.
Eines ist klar: Die französischen Landwirte müssen sich auf härtere Zeiten einstellen – und wahrscheinlich auch die Konsumenten. Wenn das beliebte Baguette und der ebenso geschätzte Wein knapp werden, wird sich dies nicht nur auf dem landwirtschaftlichen Land bemerkbar machen, sondern auch im Supermarkt und in der heimischen Küche.

