Das französische Agrarforschungsunternehmen Agrex Consulting hat im Auftrag von FranceAgriMer die französische Milchindustrie erneut zur wettbewerbsfähigsten Marktführerin erklärt. Wie im Vorjahr steht Frankreich damit als wettbewerbsfähigstes Milchland vor Neuseeland und Niederlande.
Neben der Kategorie „wettbewerbsfähigster Markt“ schneidet Frankreich in den sechs weiteren untersuchten Leistungsbereichen deutlich schlechter ab. In Kategorien wie Nachhaltigkeit, ökologischer Fußabdruck und makroökonomische Aspekte liegen Neuseeland, die Niederlande, Irland und Dänemark meist deutlich vor Frankreich.
Die Studie von FranceAgriMer untersucht die Leistungen von 13 großen Milchländern in sieben Wettbewerbsbereichen, unterteilt in 40 Indikatoren. Die drei französischen Molkereikonzerne Lactalis, Sodiaal und Danone sind jeweils in 12 der 13 untersuchten Länder aktiv.
Der geografische Umfang der jährlichen französischen Untersuchung umfasst dreizehn Länder: acht Länder der Europäischen Union, nämlich Deutschland, Dänemark, Frankreich, Irland, Italien, Niederlande, Polen und das Vereinigte Königreich, sowie Argentinien, Australien, Brasilien, die Vereinigten Staaten und Neuseeland.
Im Jahr 2020 produzierten diese Länder fast 300 Milliarden Liter Milch, das ist ein Anstieg von 2 % gegenüber 2019. Damit decken sie 42 % der weltweiten Kuhmilchversorgung. Der Export dieser dreizehn Länder betrug 71 Milliarden Dollar. Die Vereinigten Staaten bleiben der weltweit größte Kuhmilchproduzent und liefern 13,4 % des weltweiten Angebots, gefolgt von Indien (12,8 % der weltweiten Produktion).
In Frankreich stagniert die Milchsammlung (etwa 24 Milliarden Liter) bereits seit 2016, ebenso der inländische Konsum von Milchprodukten. Die Verschuldungsquote der französischen Milchbauern liegt dank moderater Grundstückspreise unter dem europäischen Durchschnitt. Die Forscher berichten jedoch, dass die Betriebskosten auf den Höfen hoch bleiben.
Der Export französischer Milchprodukte wächst langsamer als bei anderen wichtigen Milchländern und konzentriert sich vor allem auf die europäischen Nachbarländer (60 %). Die Studie zur „Nachhaltigkeit der Ressourcen“ weist ebenfalls auf einige Schwächen Frankreichs hin. „Der Druck auf Umwelt und Gesellschaft nimmt zu“ und „Klimaereignisse treten immer häufiger auf“, wird festgestellt.

