Barnier, der ehemalige Brexit-Unterhändler, hat in der vergangenen Woche eine mittelrechtsgerichtete Regierung gebildet, die vor allem aus konservativen Kräften besteht, darunter prominente Mitglieder seiner eigenen Partei, Les Républicains.
Die neue Regierung wird laut Barnier Priorität auf die Bekämpfung des Haushaltsdefizits und notwendige wirtschaftliche Reformen legen, während sie auch Themen wie Einwanderung, Sicherheit und Umweltschutz berücksichtigt.
Eine der auffälligsten Ernennungen ist die von Bruno Retailleau zum Innenminister. Retailleau ist für seinen harten Kurs in Einwanderungs- und Sicherheitsfragen bekannt, was innerhalb der politischen Elite umstritten ist.
Außerdem wird Jean-Noël Barrot, ein Zentrist und ehemaliger Staatssekretär für Europäische Angelegenheiten, das Amt des Außenministers übernehmen. Er befürwortet enge Beziehungen zu Europa, was zu Barniers Hintergrund und Schwerpunkt auf europäische Angelegenheiten passt.
Im Bereich Landwirtschaft wurde Annie Genevard zur Ministerin für Landwirtschaft, Ernährungssouveränität und Forsten ernannt. Genevard stammt aus der Partei Les Républicains und hat sich zuvor gegen Freihandelsabkommen wie CETA und das EU-Mercosur-Abkommen ausgesprochen.
Ihr protektionistischer Ansatz in der französischen Agrarpolitik entspricht dem Wunsch vieler landwirtschaftlicher Organisationen, die Interessen französischer Bauern zu schützen. Genevard muss dabei zwischen dem Druck der französischen Agrarlobbys und den Anforderungen europäischer sowie internationaler Handelsabkommen navigieren.
Die Regierung Barnier steht vor großen Herausforderungen, darunter die Reduzierung der französischen Staatsschulden und die Kontrolle des Haushaltsdefizits, wobei Barnier selbst eine aktive Rolle in den Verhandlungen mit der Europäischen Kommission spielen wird.

