Auf einem Geflügelbetrieb im Süden von Russland wurden sieben Mitarbeiter mit der Vogelgrippe-Variante H5N8 infiziert. Es ist das erste Mal, dass das hochpathogene Virus bei Menschen nachgewiesen wurde. Es gibt bislang keine Hinweise auf eine Übertragung von Mensch zu Mensch.
Anna Popova, Leiterin der russischen Verbraucher-Gesundheitsbehörde, erklärt, dass die Infektion durch Labortests bestätigt wurde. Daraufhin haben die russischen Behörden die Weltgesundheitsorganisation WHO informiert.
Das Virus wurde bei Mitarbeitern eines Geflügelbetriebs nachgewiesen, bei dem Ende letzten Jahres Ausbrüche von H5N8 gemeldet wurden. Popova beschrieb die Fälle beim Menschen als „mild“, berichtet die russische Nachrichtenagentur Interfax.
„Das Virus kann von Vögeln auf Menschen übertragen werden, es hat die Artgrenze überwunden“, meldete Popova. Diese Variante des Grippevirus wurde bislang nicht von Mensch zu Mensch übertragen. Nur die Zeit werde zeigen, wie schnell Mutationen diese Barriere ebenfalls überwinden können, so Popova.
H5N8 wird bereits seit 1983 bei Vögeln nachgewiesen, und seit 2014, als das Virus bei Zuchtenten in Südkorea festgestellt wurde, traten regelmäßig Ausbrüche auf. In den letzten Monaten wurden weltweit zahlreiche Ausbrüche gemeldet, nicht nur in Russland oder den Niederlanden, sondern auch unter anderem in Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien, dem Vereinigten Königreich, China, Japan und Südkorea.
Fälle von H5-Viren beim Menschen sind selten, treten aber meist bei Personen auf, die Kontakt mit erkrankten oder verendeten Vögeln hatten.
Nach Angaben der WHO wurden in den letzten zwanzig Jahren 239 Fälle von H5N1-Vogelgrippe beim Menschen in China und Südostasien gemeldet, von denen 134 Menschen starben. Jüngst infizierten sich im Januar zwei Menschen in China mit der H5N6-Variante, dabei starb ein dreijähriges Mädchen.
„Das Bewusstsein der Bevölkerung für mögliche Gefahren für die menschliche Gesundheit ist entscheidend, um Infektionen beim Menschen zu verhindern“, sagte die WHO in einer gesundheitlichen Bewertung zu H5-Viren. „Die Überwachung muss fortgesetzt werden, um Fälle beim Menschen sowie frühzeitige Veränderungen in der Übertragbarkeit und Ansteckungsfähigkeit der Viren zu erkennen.“

