Grüne Parteien erzielten gestern bei den Parlamentswahlen in Schweiz historische Gewinne auf Kosten von Parteien sowohl am rechten als auch am linken Flügel. Aus den Endergebnissen geht hervor, dass die Grünen 13 % der Stimmen erreichten – fast die Hälfte mehr als 2015 und ihr bestes Ergebnis aller Zeiten.
Außerdem steigerten auch die zentristisch-liberalen Grünen ihren Stimmenanteil auf 7,9 % von zuvor 4,6 %. Die rechte Volkspartei bleibt die größte Fraktion im Parlament, vor den linken Sozialdemokraten. Die führende rechte Schweizer Volkspartei und die linken Sozialdemokraten verloren Wählerunterstützung – jeweils 3,6 % und 2,2 % – im Vergleich zu 2015.
Insgesamt haben Links und das Zentrum Boden gewonnen, was in Bern Spekulationen über eine mögliche Neugestaltung der Mehrparteienregierung auslöst. Das siebenköpfige Koalitionsgremium besteht derzeit aus Mitgliedern der vier wichtigsten Parteien, jedoch nicht aus den Grünen.
Die Schweizer Wähler waren besorgt über Klimafragen und möchten, dass das Parlament entsprechend handelt, so fassen die meisten Schweizer Medien das Ergebnis zusammen. Umweltfragen dominierten die Wahlkampagnen im Vorfeld der Abstimmung am Sonntag. In den vergangenen zehn Monaten gab es in der ganzen Schweiz zahlreiche Straßenproteste, bei denen Maßnahmen gegen den Klimawandel gefordert wurden.
Das „grüne“ Wahlergebnis folgt auf frühere Stimmengewinne der Grünen bei den Europawahlen, bei Parlamentswahlen in Skandinavien und bei Regionalwahlen in Deutschland.

