CO2 entsteht durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe wie Gas, Kohle und Öl. Dass weniger Kohlendioxid ausgestoßen wurde, ist teilweise auf die verstärkte Nutzung von Solar- und Windenergie in Deutschland zurückzuführen. Deutschland bezieht inzwischen mehr als die Hälfte des benötigten Stroms aus Sonnen- und Windenergie.
Im Jahr 2022 hatte Deutschland nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine und der daraufhin von Moskau gestoppten Gaslieferung vorübergehend vermehrt auf Steinkohle gesetzt. Seitdem hat Deutschland seinen Einsatz fossiler Brennstoffe erheblich reduziert. Zudem sank im vergangenen Jahr infolge der Energiekrise die Energienachfrage, sodass weniger Kohle in deutschen Kohlekraftwerken verfeuert wurde.
Der Rückgang ist auch darauf zurückzuführen, dass Deutschland mehr Strom aus dem Ausland importiert, unter anderem aus Kernenergie. Agora Energiewende geht davon aus, dass lediglich 15 Prozent des Rückgangs auf Klimaschutzmaßnahmen zurückzuführen sind.
Wenn die deutsche Wirtschaft wieder anzieht, dürfte die CO2-Emission aufgrund eines höheren Energieverbrauchs theoretisch wieder steigen. Deutsche Ökonomen sind diesbezüglich jedoch pessimistisch. In dieser Woche wird die Veröffentlichung neuer vierteljährlicher Wirtschaftsdaten erwartet, die aufzeigen sollen, ob die deutsche Wirtschaft tatsächlich in eine Rezession geraten ist.
Nach Angaben von Ökonomen der Deutschen Bank sind die vierteljährlichen Zahlen bereits zum fünften Mal in Folge negativ. Dies gilt jedoch nicht für die deutsche Landwirtschaft, die im vergangenen Jahr erneut ein höheres Einkommen verzeichnete, vor allem im Milchsektor.
Die schwächelnde deutsche Wirtschaft hat auch erhebliche Folgen für den mehrjährigen Haushalt der zentristisch-linken Koalition aus SPD, FDP und Grünen. Diese mussten in den vergangenen Monaten ihre geplantenInvestitionen und Budgets für Energiewende sowie Klima- und Umweltschutzmaßnahmen deutlich kürzen, was vor allem bei den Basisgruppen der Grünen und Liberalen auf Unmut stößt. Bei der Rückkehr aus der Weihnachtspause am 15. Januar soll der Bundestag die überarbeitete mehrjährige Planung verabschieden.
Die angekündigten Straßensperren deutscher Lkw-Fahrer und Landwirte (diese Woche) sowie drohende Streiks von Zugführern (nächste Woche) führten in den vergangenen Monaten mehrfach in Berlin zu Diskussionen über eine 'Regierungskrise'. Doch gerade in der vergangenen Woche entschied der FDP-Parteitag (mit knapper Mehrheit), nicht aus der rot-gelb-grünen Koalition auszutreten.

