Die portugiesische Regierung hat mit sofortiger Wirkung einen Umweltverträglichkeitsbericht (UVB) für den Bau eines großen Windparks ausgesetzt, nachdem auf dem Anwesen Hunderte Hirsche und Wildschweine getötet worden waren. Außerdem müssen alle vorbereitenden Arbeiten für den Solarpark in Herdade (auch „Quinta“ genannt) da Torre Bela eingestellt werden.
Das „Beseitigen“ der Wildtiere sei für die Entwicklung und Gestaltung des Gebiets nötig gewesen, damit es (mit portugiesischen und europäischen Zuschüssen) für den Bau eines Windparks vorbereitet werden kann. Deshalb wurde eine Gruppe von sechzehn spanischen „Jägern“ engagiert, die am 17. Dezember in dem eingezäunten Gebiet mehr als fünfhundert Hirsche und Wildschweine erschossen haben. Fotos davon wurden anschließend auf Facebook gepostet.
Inzwischen hat sich das Blutbad über die nationalen Medien verbreitet und wurde von internationalen Quellen, darunter die BBC, aufgegriffen. Die BBC hob eine Erklärung des portugiesischen Umweltministeriums hervor, in der stand, dass das „willkürliche Abschlachten“ der Tiere „nichts mit der Jagd zu tun“ habe.
Doch es gibt weiterhin viele Zweifel: Drei Tage nachdem der Aufruhr Schlagzeilen machte, erklärten die Eigentümer des Anwesens – über Medienberater – dass sie absolut nichts mit der „Jagd“ zu tun hätten, die sie als „rechtswidrig“ bezeichneten. „Herdade da Torre Bela lehnt nachdrücklich die falsche, rechtswidrige und beleidigende Art ab, wie am 17. Dezember auf dem Gelände gejagt wurde.“
Versuche von Journalisten, die Identität der Eigentümer von Torre Bela herauszufinden, haben jedoch noch mehr Fragen aufgeworfen. Es scheint, dass die „wahre Eigentümerin“ Isabel dos Santos sein könnte – die ehemalige „erste Tochter des Präsidenten von Angola“. Sie war einst die „reichste Frau Afrikas“ und ist jetzt in den Luanda Leaks-Skandal verwickelt.

