In den letzten drei Jahren haben sich die Entschädigungen für Wolfsangriffe in Dänemark fast verdreifacht. Bauern auf dem Festland stellen fest, dass ihre Schafe immer häufiger Ziel sind. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 122 Kilometer Zäune errichtet. Laut einer Pressemitteilung hat Minister Jeppe Bruus eine Untersuchung veranlasst, ob die wolfsabweisenden Zäune verbessert werden können.
Dänemark ist flächenmäßig etwas größer als die Niederlande, wobei die drei großen Inseln östlich der an Deutschland grenzenden Halbinsel eingerechnet sind. Auf den Inseln gibt es noch keine Wölfe. Nach der letzten Zählung leben in Dänemark zwischen 60 und 80 Wölfe, alle in Jütland. Der Wolf ist 2012 nach fast 200 Jahren Abwesenheit erneut aus Deutschland nach Dänemark eingewandert.
In Westjütland wurden kürzlich mehrere Fälle gemeldet, bei denen Schafe von Wölfen getötet wurden. Um ihr Vieh besser zu schützen, ergreifen viele Bauern nun eigene Maßnahmen. Es wurden Fördergelder in Höhe von einigen Hunderttausend Dänischen Kronen beantragt, um noch mehr Wolfszäune zu errichten, doch trotz dessen wurden Angriffe gemeldet.
Die Unzufriedenheit unter den dänischen Viehhaltern wächst. Nach einem kürzlichen Angriff hinter einem Wolfszaun kam scharfe Kritik an dem Minister auf. Die Bauern finden, die Regierung müsse härter vorgehen und bessere Maßnahmen ergreifen. Sie verlangen mehr Unterstützung und klare Richtlinien, damit ihr Vieh weniger Risiken ausgesetzt ist.
Dänische Schafzüchter führten Anfang dieses Monats Gespräche mit dem Tripartiten-Minister Jeppe Bruus (S), nachdem erstmals ein Angriff hinter einem wolfsabweisenden Zaun registriert wurde, berichtete der Dänische Schafzuchtverband. „Das ist, wovor wir Angst hatten. Wir vermuteten schon, dass ein wolfsabweisender Zaun von 1,10 Metern nicht ausreichend sein würde. Es muss mehr getan werden, um die Tiere zu schützen“.
Landwirtschaftsminister Jensen erklärte, dass auch er weniger Wölfe in Dänemark möchte, nannte jedoch keine Zahlen. Er hält es für notwendig, auf nationaler und europäischer Ebene gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Auch die Idee einer kontrollierten Wolfsbejagung wird in Dänemark diskutiert.
Auf europäischer Ebene wird an einer Lockerung des strengen Wolfsjagdverbots gearbeitet, nachdem die Berner Konvention kürzlich gelockert wurde. Es ist nun notwendig, die europäischen Regeln an die neue Situation anzupassen. Eine solche Änderung muss noch von den EU-Gremien genehmigt werden, könnte aber große Auswirkungen auf alle Länder innerhalb der EU haben.

