In Polen ist der Geflügelsektor in den vergangenen zehn Jahren um ein Viertel gewachsen. Aus der polnischen Landwirtschaftszählung 2020 geht hervor, dass das Land im letzten Jahr mehr als 225 Millionen Hühner zählte, vor allem für den Export. Gleichzeitig ist der Schweinebestand in dieser Zeit stark geschrumpft.
In Polen wird Geflügel für den Export in verschiedene muslimische Länder ohne Betäubung geschlachtet. Das Land ist derzeit führend in der Geflügelproduktion in der Europäischen Union und gehört zu den weltweit größten Exporteuren von Geflügelfleisch.
Im letzten Jahr stellte die polnische Regierung ein neues Tierschutzgesetz vor, das die Abschaffung der betäubungslosen Schlachtung vorsah, gemäß den neuen EU-Richtlinien. Innerhalb der regierenden PiS-Partei kam es jedoch zu Uneinigkeit, weshalb der polnische Senat die Behandlung des Gesetzentwurfs nicht abschloss.
Dieses Tierschutzgesetz und Pläne zur Modernisierung der Viehzucht und Landwirtschaft hängen weiterhin über dem Markt, und erneut droht ein Landwirtschaftsminister an diesen Themen zu scheitern.
Das Wachstum des polnischen Agrarsektors in den vergangenen zehn Jahren fand auch beim Viehbestand (mit 9,8 %) statt. Die polnische Landwirtschaftszählung zeigte einen Rückgang der Milchkuhbestände um 11,6 %, während gleichzeitig die Milchproduktion stieg. Der Rückgang der Milchkuhzahl ist vor allem auf die Schließung kleiner Molkereibetriebe zurückzuführen.
Der polnische Schweinemastbestand ist im Jahrzehnt 2010–2020 um beachtliche 26,8 % zurückgegangen. Sauen und Ferkel schrumpften ebenfalls um mehr als zwanzig Prozent. Der starke Rückgang ist vor allem auf geringe Erlöse in der Schweinezucht und Ausbrüche der Afrikanischen Schweinepest (ASP) zurückzuführen.
Wegen der instabilen Lage auf dem Schweinemarkt und der niedrigen Gewinne in der Schweineproduktion kaufen immer mehr polnische Züchter ihre Ferkel im Ausland ein. Dadurch steigt die Einfuhr junger Schweine mit einem Gewicht von ca. 30 kg schrittweise an und betrug im Jahr 2020 etwa 6,6 Millionen Stück.

