Kanada hat beschlossen, die Zollbefreiung um ein Jahr zu verlängern. Dadurch bleibt es ukrainischen Landwirtschaftsbetrieben möglich, Produkte ohne zusätzliche Abgaben nach Kanada zu exportieren.
Gleichzeitig hat die Europäische Union die bisherige Befreiung für ukrainische Agrarimporte nicht verlängert. Stattdessen arbeitet Brüssel an einem möglichen neuen Handelsabkommen mit Kiew. Svitlana Svyrydenko, ukrainische Vizepremierministerin, erklärte, die neuen von der EU vorgeschlagenen Quoten würden sich direkt spürbar auf siebzehn wichtige ukrainische Agrarsektoren auswirken.
Der Export ukrainischer Agrarprodukte ist im letzten Jahr gestiegen. Die Ukraine exportierte Lebensmittel im Wert von 9,7 Milliarden Dollar, eine Zunahme gegenüber früheren Jahren. Besonders der Export von Milchprodukten floriert laut UBN.news und hat sich im Vergleich zum Import nahezu verdoppelt.
Was die politische Unterstützung der Ukraine innerhalb Europas betrifft, zeichnet sich ein geteiltes Bild ab. Der neu gewählte polnische Präsident Andrzej Duda Nawrocki hat sich gegen eine beschleunigte EU-Mitgliedschaft der Ukraine ausgesprochen. Er meint, die Ukraine sei noch nicht bereit für eine vollständige Integration.
Diese Haltung von Präsident Nawrocki steht im Gegensatz zu der des polnischen Premierministers Donald Tusk. Er setzt sich weiterhin für eine engere Zusammenarbeit mit der Ukraine ein.
Die meisten EU-Beamten bleiben jedoch trotz einiger kritischer nationaler Stimmen für den Beitritt der Ukraine zur Europäischen Union. Während Kanada eindeutig die verlängerte wirtschaftliche Unterstützung wählt, bleibt die EU-Politik unsicher. Die Ukraine sieht sich somit mit einem wechselhaften Spielfeld an Handels- und Beitrittsbedingungen konfrontiert.

