Trotz des enormen Lebensmittel-Exports der Vereinigten Staaten importiert das Land weiterhin viele Lebensmittel. Die neue Ernährungspolitik zielt vor allem darauf ab, unabhängiger zu werden. Das erfordert laut der neuen niederländischen Landwirtschaftsberaterin in den USA, Kim Tran, neue erhebliche Investitionen.
Tran ist überzeugt, dass die USA Chancen für die niederländische Agrar- und Lebensmittelbranche bieten, sagt sie in einem Gespräch mit Agroberichtenbuitenland.nl. Im Auftrag der niederländischen Botschaft hat die Universität Wageningen (WUR) kürzlich berechnet, dass die vollständige Ersetzung der Lebensmittelimporte durch lokale Produktion in den USA eine Investition von fast 11 Milliarden Dollar erfordern würde.
„Möglicherweise können niederländische Unternehmen davon zehn Prozent übernehmen, zum Beispiel bei der Entwicklung des geschützten Gartenbaus in städtischen Gebieten. Als Landwirtschaftsattachée bringe ich dafür Akteure aus den USA und Niederlanden miteinander in Kontakt.“
In den kommenden Monaten wird klar werden, welchen Kurs der neue US-Präsident Joe Biden einschlagen wird. Er hat bereits deutlich gemacht, dass „Klima“ ein entscheidender Faktor wird, auch in der Landwirtschaft. Es wird bereits über Kohlenstoff-Bauern gesprochen. Biden hat zudem eine Milliardeninvestition für das amerikanische Landleben angekündigt.
Das Interesse an nachhaltiger Landwirtschaft wächst auch in den USA, konstatiert Tran. „Die Devise lautet: mehr produzieren mit weniger Einsatz von Wasser, Düngemitteln und Chemikalien. Auf diesem Gebiet verfügt die Niederlande über Wissen und Erfahrung. Es ist unsere Aufgabe, dieses Erfahrungswissen hier in den USA weiter zu verbreiten“, sagte sie.
Einer der Schwerpunkte ist der geschützte Gartenbau und insbesondere innovative Gartenbautechnologie, weiß Tran jetzt schon. Die niederländische Wirtschaft ist in diesen Sektoren führend und das werde auch in den USA so wahrgenommen. „Die amerikanische Agrar- und Lebensmittelbranche schaut mit Respekt auf den niederländischen Agrarsektor. So ein kleines Land und trotzdem der zweitgrößte Agrar-Exporteur der Welt, das zwingt Respekt ab.“

