Aufgrund drohender Energieengpässe in Kombination mit niedrigen Wasserständen dürfen fünf französische Kernkraftwerke bis Mitte September wärmeres als übliches Kühlwasser in französische Flüsse einleiten. Damit will die französische Regierung verhindern, dass Kernkraftwerke ihre Stromerzeugung reduzieren oder unterbrechen müssen.
Drei der fünf Kernkraftwerke an der Garonne und der Rhône hatten diese Genehmigung bereits vor einigen Wochen erhalten; nun sind zwei weitere hinzukommen. Wegen Wartungsarbeiten und technischer Probleme ist derzeit nur die Hälfte der 56 französischen Kernreaktoren in Frankreich in Betrieb.
Für jedes Kernkraftwerk in Frankreich gibt es eine spezifische Reihe von Temperaturen, die nicht überschritten werden dürfen, um die Flora und Fauna der Flüsse nicht zu gefährden. Diese Regelung wurde nun teilweise gelockert.
Wegen der Hitzewellen Anfang dieses Jahres wurden bereits einige Kernkraftwerke vorübergehend stillgelegt, um die Flüsse nicht zu stark zu erwärmen. Da die Flüsse nach dem trockenen Winter und Frühjahr weniger Wasser führen, erwärmen sie sich durch das eingeleitete Kühlwasser schneller.
Die Zulassung von wärmerem Abwasser geht mit einer strengeren Umweltüberwachung einher. In den vergangenen Jahren wurden mehrere französische Kernkraftwerke mehrfach stillgelegt, wenn die Flusstemperaturen zu stark anstiegen.

