Tschechien ist dem MRTT-Projekt der NATO für die Anschaffung neuer Tankflugzeuge beigetreten. Diese Gruppe von NATO-Ländern, die von den Niederlanden und Luxemburg ins Leben gerufen wurde, kauft acht Airbus A330-Tankflugzeuge, die von mehreren Ländern genutzt werden können. Von diesen werden ab nächstem Jahr fünf am Flughafen Eindhoven stationiert, und drei bei Köln in Deutschland. Für die Wartung wird mit Frankreich zusammengearbeitet, das über eigene Tankflugzeuge verfügt.
Durch das Zusammenlegen der Kräfte verringert eine Gruppe europäischer Länder den Mangel an Tankkapazität. Die Möglichkeit, Flugzeuge während des Fluges aufzutanken, ist selten und essenziell. Gleichzeitig macht es Europa unabhängiger von amerikanischen Geräten, sagte die niederländische Verteidigungsministerin Ank Bijleveld.
Niederlande, Luxemburg, Belgien, Deutschland, Norwegen und Tschechien nutzen die A330er abwechselnd zum Auftanken von Flugzeugen und zum Transport von Truppen und Material. Die Niederlande fliegen derzeit noch mit einigen KDC-10-Tankflugzeugen. Diese werden mit der Einführung der A330er außer Dienst gestellt.
Die NATO-Minister haben auf ihrer zweitägigen Beratung auch den Plänen für neue Flugrouten für Militärflugzeuge zugestimmt. Diese werden künftig auch in Friedenszeiten Vorrang vor der zivilen Luftfahrt haben, wenn sie den europäischen Luftraum aufgrund einer Krise überqueren müssen.
Es werden spezielle Korridore im Luftraum vereinbart, die die Militärflugzeuge dann exklusiv und ungehindert von zivilen Maschinen nutzen können. Sie erhalten dafür auch einen speziellen Rufcode zur Identifikation.
Die NATO hat diesbezüglich Vereinbarungen mit Eurocontrol, der EU-Organisation für die Luftverkehrsleitung über Europa, getroffen. Laut NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg wird dies die Einsatzfähigkeit von Truppen und Material im Falle einer akuten Krise erheblich erhöhen. Ein Zeitgewinn von nur wenigen Stunden kann schon einen enormen Unterschied machen.

