In den Getreideprovinzen im Nordosten von China wird mit dem Auftauchen des Fall Army Worm gerechnet. Der Raupenbefall hat sich laut amerikanischer Feldforschung nördlich des Jangtse-Flusses ausgebreitet und ist bereits mitten in Zentralchina eingetroffen, drei Monate früher als erwartet.
Es ist daher sehr wahrscheinlich, dass sich der Schädling auch in der größten Maisanbauregion, dem wichtigsten Maisanbaugebiet mit 45 Prozent der jährlichen chinesischen Maisernte, festsetzt.
Nach dem China Agriculture Industry Development Report 2020, der am 4. Juni von der Chinesischen Akademie für Sozialwissenschaften (CASS) und dem International Food Policy Research Institute (IFPRI) veröffentlicht wurde, wird erwartet, dass der FAW die Maisproduktion dieses Jahr um weniger als 2,5 Prozent reduzieren wird, doch andere chinesische und amerikanische Quellen sprechen von der doppelten Menge.
Die Heilongjiang Soybean Association (HAS) hat Ende Mai eine Warnung ausgegeben, dass der sich weiter ausbreitende Fall Army Worm-Schädling Schäden an Maisfeldern verursachen wird. Fachsprachlich wird die Raupe als Fall Army Worm (FAW) bezeichnet. Die Raupen wurden im März in den chinesischen Provinzen Jiangsu und Anhui entdeckt und anschließend im April und Mai entlang des Jangtse-Flusses.
Aufgrund der Erfahrungen während der Vegetationsperiode 2019 startete China im April ein Radarsystem zur Überwachung und Warnung vor der Raupenwanderung und zur Erstellung entsprechender Präventionspläne. Es wurde jedoch auch berichtet, dass es drei Jahre dauern werde, dieses System vollständig einzurichten. Aktuell bezieht sich das System nur auf die Provinzen Hainan, Yunnan und Shandong (anerkannt als wichtiges Eingangstor zur Getreideskammer Nordostchinas).
Der sehr invasive Raupenbefall mit großem Appetit verbreitete sich im Mai 2018 von Afrika nach Asien und tritt nun in Indien, auf den Philippinen und seit 2019 auch in China auf, berichtete Rural Marketing. Ende 2018 breitete sich der FAW in Indien über die wichtigsten Maisregionen aus und wurde zu einer bedeutenden Bedrohung für die Landwirtschaft. Der frühe Beginn des Pflanzenlebenszyklus, gefräßige Ernährungsgewohnheiten, großräumiges aggressives Verhalten, hohe Fortpflanzungsrate, schnelle Migration und der unumkehrbare Charakter der Pflanzenschäden machten den FAW zu einem bedeutenden Schädling.
Nicht nur der Fall Army Worm ist aus Afrika in asiatische Agrarregionen übergesprungen. Auch die in Afrika ihren Ursprung habenden Heuschreckenplagen zogen nach Westasien, befallen Vegetation in Teilen Irans und Pakistans und bedrohen nun die Ernten in Indien. Diese Schwärme sind die schlimmsten seit mehr als einer Generation.
Unterdessen ist auch die Afrikanische Schweinepest (ASP) im asiatisch-pazifischen Raum wieder aufgetaucht und erstmals auch in Indien nachgewiesen worden. ASP, die 2018 und 2019 die Schweineproduktion in China verwüstete, wurde erstmals auch in der Pazifik-Subregion entdeckt, mit bestätigten Fällen in Papua-Neuguinea.

