Dänemark hat entschieden, aus Vorsichtsmaßnahme alle 17 Millionen Nerze auf über 300 Nerzfarmen im Land zu töten, nachdem eine Infektion mit einer neuen COVID-19-Variante aufgetreten ist. Diese mutierte Variante, „Cluster-5“, soll gegenüber den derzeit gegen COVID-19 entwickelten Impfstoffen unempfindlich sein.
Die dänische Premierministerin Mette Frederiksen warnte davor, dass die Mutation die Wirksamkeit eines zukünftigen Impfstoffs gefährden könnte. Sie sagte, dass das mutierte Virus die Fähigkeit zur Bildung von Antikörpern abschwäche.
In Nordjütland haben sich zwölf Personen damit infiziert, woraufhin die Behörden Reisebeschränkungen und Reiseverbote für etwa 300.000 Einwohner aus sieben norddänischen Gemeinden verhängt haben. Der öffentliche Nahverkehr in der Region wurde eingestellt, Bars und Restaurants sind geschlossen, und einige Schulkinder werden auch online unterrichtet – die Maßnahmen sollen einen Monat dauern.
Dänische Nerzzüchter haben sich gegen die Restriktionen und die Schlussfolgerungen der Regierung gewehrt und sagen, sie würden als Sündenböcke für die Verbreitung des Virus hingestellt. Am Freitag protestierten mehr als 100 Nerzbetriebe gegen die Nerztötung, die in einigen Wochen abgeschlossen sein soll. Sie weisen darauf hin, dass die Infektionen bereits Ende September festgestellt wurden und danach keine weiteren mehr.
Einige Experten vermuten, dass die Tötung der Nerze den Pelzhandel schädigen und den dänischen Landwirten Hunderte Millionen Dollar an entgangenem Einkommen kosten könnte. Weitere Untersuchungen zu „Cluster-5“ laufen, so dänische Behörden.
Das in Stockholm ansässige Europäische Zentrum für Krankheitsprävention und -bekämpfung (ECDC) erklärte am Freitag, es stehe „in engem Kontakt“ mit den dänischen Gesundheitsbehörden zu diesem Thema. Wissenschaftler weltweit haben angemerkt, dass wenig über „Cluster-5“ bekannt ist, und drängen die dänischen Behörden, ihre Forschungsergebnisse zu teilen.
Dänische Gesundheitsbehörden haben ihre Besorgnis darüber geäußert, dass dieser Stamm, bekannt als „Cluster-5“, im Vergleich zum normalen Virus weniger stark von Antikörpern blockiert wird, was ihrer Meinung nach die Wirksamkeit der weltweit entwickelten Impfstoffe gefährden könnte.

