Die Staatsanwaltschaft in Niederlande hat neue Beweise vorgelegt, die zeigen, dass das malaysische Passagierflugzeug Flug MH17 mit einer russischen Buk-Rakete abgeschossen wurde.
Die neuen Beweise sind eine Reaktion der Ankläger im Mega-Prozess auf Anträge der Verteidigung, alternative Szenarien zur Katastrophe anhand von Zeugenaussagen zu untersuchen. Vor dem Gericht in den Niederlanden stehen vier russische und ukrainische Verdächtige vor Gericht: drei in Abwesenheit und einer vertreten durch einen russischen und zwei niederländische Anwälte.
Die Verteidiger fordern das Gericht auf zu untersuchen, ob MH17 von einem ukrainischen Kampfjet abgeschossen wurde, wie lange Zeit von der russischen Propaganda aus Moskau und den prorussischen Rebellen in der Ukraine behauptet wurde.
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Die Staatsanwälte zeigten in der Sitzung am besonders gesicherten Gericht bei Flughafen Schiphol einige Fotos, auf denen Metallfragmente zu sehen sind, die in der Sponning des Flugzeugwracks und in den sterblichen Überresten der Opfer von MH17 gefunden wurden.
Untersuchungen ergaben, dass diese Metallreste von ein und derselben Buk-Rakete stammen. Untersuchungsanträge der Verteidigung, um herauszufinden, ob MH17 in einem Luftkampf von einem Kampfflugzeug abgeschossen wurde, müssen deshalb laut Staatsanwaltschaft abgelehnt werden.
Das OM stimmte jedoch einem Antrag auf weitere Untersuchungen zum Ort, von dem aus die Buk-Rakete abgefeuert worden sein soll, zu. Die niederländische Justiz geht davon aus, dass dies von einem Acker bei Pervomaiskyi aus geschah. Die Erkenntnisse der Experten können dann miteinander verglichen werden.
Als Reaktion auf den Untersuchungsantrag der Anwälte präsentierten die Ankläger auch neues konkretes Beweismaterial gegen die vier Verdächtigen. Es handelt sich um ein abgehörtes Telefonat, aus dem hervorgeht, dass kurz nach dem Abschuss von Flug MH17 zwei der vier Verdächtigen davon ausgehen, mit ihrer Buk-Rakete ein ukrainisches Kampfflugzeug abgeschossen zu haben. So hört Pulatov von Mitverdächtigem Sergey Dubinskiy am 16. Juli 2014, einen Tag vor der Katastrophe, dass eine Buk unterwegs sei und nach Ankunft sofort zu Pulatov gebracht werde.
Weiter schlug die Staatsanwaltschaft erneut vor, die Sache gegen die vier Verdächtigen zu trennen. Falls die Anwälte von Poelatov mehr Zeit benötigen, kann das Verfahren gegen die drei anderen Verdächtigen in Abwesenheit einfach weitergeführt werden.
Der Staatsanwalt sagte, dass es hinsichtlich der Qualität und Zuverlässigkeit der heimlich aufgenommenen Gespräche gut sei, einen niederländischen Teamleiter der Polizei zu hören. Die Aufnahmen stammen von dem ukrainischen Geheimdienst SBU und sind laut Verteidigung daher nicht zwangsläufig zuverlässig.
Das Gericht wird am 3. Juli entscheiden, welche Untersuchungsanträge bewilligt werden.

