Wenn Neuseeland seine Klimaziele einhalten will, müssen der Viehbestand und die Milchproduktion um bis zu fünfzehn Prozent reduziert werden. Das empfiehlt ein Kommissionsbericht, der kürzlich vorgestellt wurde, so berichtet die NZ Herald.
Der Zeitung zufolge ist für die derzeitigen Klimapläne eine Reduzierung von etwa zehn Prozent erforderlich, doch müsse diese bis zum Jahr 2030 weiter erhöht werden, wenn Neuseeland seine Reduktionsziele erreichen will, meinen die Autoren des Berichts.
Der gesamte Viehbestand an Milchkühen, Schafen und Rindern muss um bis zu 15 Prozent verringert werden. Nach Angaben der National Dairy Association produzieren Milcherzeuger in Neuseeland jährlich etwa 21 Milliarden Liter Milch. Das entspricht drei Prozent der weltweiten Milchproduktion. Obwohl das Land nur fünf Millionen Einwohner zählt, ist es die achtgrößte Milchnation der Welt.
Nach Angaben der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen hat Neuseeland den weltweit größten Milchüberschuss, gefolgt von den Vereinigten Staaten und Deutschland. 95 Prozent des Milchvolumens gehen in den Export.
Gleichzeitig weist der Bericht darauf hin, dass deutlich mehr Wald angepflanzt werden muss, nämlich 380.000 Hektar mehr als derzeit geplant. Die Autoren betonen, dass Neuseeland, das bereits große Waldflächen besitzt, zusätzliche Waldgebiete benötigt.
Neben einer Verringerung der Landwirtschaft fordert der Bericht auch eine deutliche Reduzierung der Kohle- und Ölindustrie, ein Ende des Imports herkömmlicher Fahrzeuge sowie hohe Anforderungen zur „Grüner“ Gestaltung von Wohngebäuden.
Die Milchviehwirtschaft in Neuseeland hat im vergangenen Jahr eine Rekordmenge Milchpulver produziert. Nach Angaben der New Zealand Dairy Association (DCANZ) stieg die Produktion von Trockenmilchpulver im letzten Jahr um 0,8 % auf 1,903 Millionen Tonnen im Vergleich zu 2019. Der vorherige Rekord lag 2018 bei 1,894 Millionen Tonnen.
Der Milchriese Fonterra ging im Dezember davon aus, in dieser Saison 1,525 Millionen Tonnen Milchpulver zu verarbeiten, also etwa 0,5 Prozent mehr als in der vorherigen Milchsaison. Analysten der ANZ-Bank sahen kürzlich eine Produktionssteigerung von einem Prozent als realistisch an. In beiden Fällen könnte die Saison 2020/2021 eine Rekordsaison werden, auch wenn das Wachstum vermutlich moderat ausfällt.

