Die niederländische Agrarwirtschaft kann einen großen Beitrag zur weiteren Entwicklung der Molkereikette im Iran leisten. Die Herausforderungen in Bezug auf Milchqualität, Tierfutter, Wasserverbrauch und beispielsweise Ausbildung sind dort groß. Genau in diesen Bereichen ist Niederlande führend.
Das sagt Jelle Zijlstra, Milchviehwirtschaftsökonom bei Wageningen Livestock Research. Zusammen mit Alfons Beldman von Wageningen Economic Research hat Zijlstra auf Anfrage des Ministeriums für Wirtschaft und Energie eine explorative Untersuchung zu den Entwicklungen in der iranischen Molkereibranche durchgeführt.
Die niederländischen Forscher kommen zu dem Schluss, dass der iranische Milchsektor Milchprodukte auf nachhaltigere Weise von höherer Qualität produzieren kann, wie die Landwirtschaftsabteilung der niederländischen Botschaft in Teheran berichtet. Jede Zusammenarbeit kann zudem positive wirtschaftliche Effekte für niederländische Unternehmen in der Molkereikette mit sich bringen. Über die WUR-Studie zum iranischen Milchmarkt wurde diese Woche auch ausführlich auf der englischsprachigen Webseite The Cattlesite berichtet.
Die Milchproduktion im Iran ist auf fast 9 Milliarden Kilogramm pro Jahr gestiegen. Momentan reichen Produktion und Qualität jedoch nicht aus, um exportieren zu können. Niederländische Technologie und Wissen können zu einer besseren Zusammenarbeit aller Glieder der Molkereikette beitragen, heißt es.
Wasser ist im Iran knapp, weshalb die Regierung großen Wert auf effizientere Nutzung legt. Die Niederlande verfügen über umfangreiche internationale Erfahrung mit wassersparendem Anbau von Feldfrüchten, sowohl auf Betriebsebene als auch im Wasser-Management auf regionaler und nationaler Ebene. Auch die gute Ausbildung der Mitarbeitenden wird von iranischen Milchviehhaltern als Chance für eine Zusammenarbeit mit niederländischen Partnern genannt.
Die Untersuchung zeigt außerdem, dass ein großer Teil der Milchproduktion im Iran von professionellen Milchviehbetrieben mit mehr als 150 Kühen stammt. Einige dieser Betriebe gehören zu Muttergesellschaften im Staatsbesitz. Für kleine private Betriebe scheint es keine Politik zu geben. Zudem gibt es kaum verlässliche Daten über den Sektor.

