Spanische Behörden haben Anfang Mai das Frachtschiff Arconian vor der Küste der Kanarischen Inseln abgefangen. Das Schiff war auf dem Weg von Sierra Leone nach Libyen. An Bord wurden mehr als 30.000 Kilo Kokain gefunden.
Bei der Aktion wurden 23 Personen festgenommen. Unter ihnen befanden sich schwer bewaffnete niederländische Verdächtige, die die Ladung bewachten. Das abgefangene Kokain hatte einen geschätzten Straßenwert von mehreren hundert Millionen Euro.
Internationale Drogenbekämpfer prüfen, ob Verbindungen zwischen der Drogenladung und dem Netzwerk des niederländischen Drogenkriminellen mit dem Spitznamen Bolle Jos bestehen, eine Anspielung auf seine stattliche Körpergröße.
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Belohnung
Er gilt als einer der meistgesuchten europäischen Drogenhändler. Niederländische Ermittlungsbehörden setzen eine Belohnung von 200.000 Euro für Hinweise aus, die zu seiner Festnahme führen.
Der flüchtige Niederländer hält sich bereits seit längerer Zeit in Sierra Leone auf. Zuvor erschienen Fotobilder, auf denen er bei einem Gottesdienst und bei offiziellen Veranstaltungen im Land zu sehen war. Niederländische Behörden sind überzeugt, dass er sich dort versteckt.
Auslieferung
Eine Auslieferung nach Niederlande ist bisher ausgeblieben. Sierra Leone hat keinen Auslieferungsvertrag mit den Niederlanden. Mehrere Medien berichten, dass Leijdekkers eine Beziehung zur Tochter des Präsidenten des Landes sowie zu Personen im Umfeld der politischen Führung hat. Die Niederlande haben jedoch formell um Auslieferung gebeten.
Während Leijdekkers selbst vor der Justiz flüchtet, laufen in den Niederlanden Strafverfahren gegen seine Familienangehörigen. Die Staatsanwaltschaft verdächtigt seinen Vater, seine Mutter und seine Schwester der Geldwäsche. Die Verdachtsmomente entstanden nach Hausdurchsuchungen in Wohnungen und einem Familienbüro im Januar 2023.
„Diese Uhr“
Bei jenen Durchsuchungen wurden Luxusuhren, Schmuck, teure Handtaschen und große Bargeldmengen gefunden. Gegen den Vater von Leijdekkers wurde inzwischen eine Haftstrafe von sieben Monaten gefordert. Laut Staatsanwaltschaft habe er von den Erlösen aus dem Drogenhandel seines Sohnes profitiert.
Zentral im Verfahren gegen den Vater steht eine roségoldene Patek-Philippe-Uhr im Wert von 110.000 Euro. Der Staatsanwaltschaft zufolge erhielt er die Uhr als Geschenk von seinem Sohn. Der Vater bestreitet, gewusst zu haben, dass „diese Uhr“ mit kriminellem Geld gekauft wurde.
Mutter
Das Strafverfahren gegen die Mutter und Schwester wurde kürzlich vorläufig ausgesetzt. Laut Berichten zog sich die Anwältin der Mutter zurück, nachdem diese erklärte, bekannte Aussagen machen zu wollen. Über den Inhalt dieser möglichen Aussagen wurde nichts bekanntgegeben.

