Nach den jüngsten Wahlen verhandeln die christdemokratische ÖVP, die sozialdemokratische SPÖ und die liberale NEOS über eine Dreierkoalition ohne die rechtsextreme FPÖ, die die Wahl gewonnen hatte. In den vergangenen Jahren regierte die ÖVP in einer Koalition mit den Grünen, die diesmal wohl in die Opposition wechseln werden.
Die christdemokratische ÖVP pflegt historisch starke Verbindungen zu den Bauern. In den Koalitionsgesprächen mit der SPÖ und den liberalen NEOS müssen jedoch erhebliche Kompromisse berücksichtigt werden. Die SPÖ legt großen Wert auf soziale Gerechtigkeit und Umweltschutz, während die NEOS kraftvolle Reformen und Liberalisierung fordert. Das kann Spannungen in den Verhandlungen über eine gemeinsame Agrarpolitik hervorrufen.
Die Gespräche zwischen ÖVP, SPÖ und NEOS verlaufen bisher zäh, doch es wird weiterverhandelt mit dem Ziel, Anfang nächsten Jahres eine stabile Regierung mit breiter Unterstützung zu bilden. Die Agrarbranche hofft, dass ihr Forderungspaket ernst genommen wird. Wenn die drei beabsichtigten Koalitionsparteien das Paket annehmen, könnte dies zu einer Neustrukturierung der Agrarpolitik führen. Die landwirtschaftlichen Verbände weisen darauf hin, dass ohne Veränderungen die seit Jahren anhaltende Schrumpfung der Agrarbranche weitergehen wird.

