ÖVP-Chef und Bundeskanzler Nehammer erklärte daraufhin, dass er bald zurücktreten werde. Inzwischen hat Präsident Van der Bellen den jüngsten Wahlsieger, den FPÖ-Chef Herbert Kickl, gebeten, eine neue Regierung zu bilden. Damit befindet sich die österreichische Politik in einer äußerst unsicheren Lage.
Die Neos-Liberalen erklärten am vergangenen Wochenende, dass die beiden traditionellen Parteien zu wenig Zugeständnisse machen wollten und so weit wie möglich auf altem Kurs bleiben wollten. Die ÖVP behauptet, die Sozialdemokraten wollten zu weitreichend sparen, während diese wiederum sagen, die Konservativen wollten zu wenig aufräumen.
Bei der Parlamentswahl im September erzielte die radikal rechte Freiheitliche Partei einen historischen Sieg mit 29 % der Stimmen, gefolgt von der konservativen ÖVP (26 %) und der sozialdemokratischen SPÖ (21 %). Die liberalen Neos und die Grünen erzielten deutlich geringere Prozentsätze.
Alle Parteien weigerten sich (bis jetzt?) mit der rechtsextremen, pro-nazistischen und pro-Putin-Partei FPÖ zusammenzuarbeiten. Präsident Alexander Van der Bellen hatte deshalb ÖVP und SPÖ beauftragt, gemeinsam eine Koalition zu bilden. Um eine tragfähige Mehrheit zu erreichen, wurden die liberalen Neos als dritte Partei hinzugezogen. Diese Verhandlungen begannen im November 2024, verliefen aber von Anfang an schleppend.
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