Die polnische Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) hat den polnischen Landwirten innerhalb von zwei Jahren mehr finanzielle Sicherheit und praktische Unterstützung versprochen. Premier Mateusz Morawiecki und Landwirtschaftsminister Grzegorz Puda erklärten, dass mehr als 95 Prozent aller Landwirte künftig pro Hektar mindestens dieselben oder höhere EU-Subventionen erhalten werden.
Die PiS-Parteiversammlung in Przysucha stand ganz im Zeichen des kürzlich vorgestellten Landwirtschaftshaushalts. Die Politiker gingen jedoch nicht auf die aktuelle Situation ein, bei der wegen eines Konflikts mit der EU über die polnische Rechtsprechung die Auszahlung der GAP-Subventionen ausgesetzt werden könnte.
„Ein polnischer Landwirt steht in keiner Weise schlechter da als ein deutscher oder französischer Landwirt. Daher werden wir alles daransetzen, dass das Niveau der Subventionen in den kommenden Jahren gleich hoch oder höher als der EU-Durchschnitt ist“, sagte der Regierungschef während der PiS-Konvention zum polnischen Land und zur Landwirtschaft.
Das „Aufholen“ gegenüber anderen EU-Landwirten ist in Polen ein sehr sensibles Thema. Als das Land 2004 der EU beitrat, erhielt es niedrigere GAP-Beträge pro Hektar als der damals geltende Durchschnitt. In den letzten Jahren wird dieser Rückstand etwas verringert.
Der polnische Premier kündigte außerdem eine neue Agrarversicherung gegen verschiedene Katastrophen an. Polnische Landwirte sind der Ansicht, dass es sich dabei nicht nur um eine Versicherung gegen Wetterbedingungen handeln sollte, sondern auch gegen „Naturkatastrophen“ wie die Schweinepest und die Vogelgrippe. Die Deckung und die Prämie für eine solche Versicherung sind jedoch noch nicht festgelegt.
Gegen die häufig auftretende Trockenheit dürfen Landwirte künftig ohne Genehmigungen Wasserreservoirs anlegen. Zudem wird es Fördermittel für den Bau von Lagerräumen geben, in denen sie ihre Erzeugnisse aufbewahren können, um sie später zu besseren Preisen zu verkaufen, sagte Landwirtschafts- und Regionalentwicklungsminister Grzegorz Puda am Samstag auf der PiS-Konvention.
Er fügte hinzu, dass er sich wünsche, dass Landwirte, die ihre Produkte in Lagern aufbewahren, diese auch „außerhalb“ verkaufen können. Für alle Städte wird eine Verpflichtung eingeführt, einen Platz oder Ort zu bestimmen, an dem ein Lebensmittelmarkt stattfinden kann. Landbewohner benötigen künftig keine Erlaubnis oder Genehmigung mehr, um ihre lokalen Produkte verkaufen zu dürfen.

