Polnische Geflügelhalter halten den Atem an, da letzte Woche an mehreren Stellen im Land erneut Vogelgrippe festgestellt wurde. Letzte Woche wurden mehrere Ausbrüche bestätigt. Bereits über eine halbe Million Hühner, Masthühner und Gänse wurden getötet.
In diesem Jahr zählte Polen bisher 345 Ausbrüche der Vogelgrippe, zusätzlich zur Afrikanischen Schweinepest im Viehbestand. Insgesamt wurden mehr als 12 Millionen Stück Geflügel entsorgt. Es gibt nicht genügend Mittel, um die Epidemie zu bekämpfen. Auch das Abholen und Vernichten der getöteten Tiere stellt ein Problem dar, da niemand das derzeitige Ausmaß der Infektionen vorhergesehen hatte.
Verarbeitungsanlagen konnten Anfang des Jahres das Verbrennen der getöteten Hühner nicht bewältigen, weshalb diese nicht mehr von den Geflügelbetrieben abgeholt werden konnten. Die polnischen Betriebe mussten die getöteten Tiere vergraben, wodurch sie auch keine Entschädigungen mehr beantragen konnten.
Die neuen Ausbrüche der Aviären Influenza bedeuten auch, dass der Export eingestellt werden muss. Noch vor wenigen Monaten wurde das Land nach den ersten Infektionen als „vogelgrippenfrei“ erklärt. Nun droht das Land, große Exportaufträge aus den Vereinigten Staaten zu verlieren. Dadurch werden 24 Geflügelbetriebe stillgelegt und der Export von 31.600 Tonnen Geflügel in die USA fällt weg.
Auch in anderen EU-Ländern breitet sich die Vogelgrippe aus. Allein im Oktober wurden 36 Ausbrüche der Aviären Influenza in EU-Ländern registriert, darunter 25 in Deutschland.
Außerdem droht die polnisch-europäische Auseinandersetzung über die Berufung unabhängiger polnischer Richter weiter zu eskalieren. Die EU verweigert bereits die Auszahlung von Fördergeldern aus dem Corona-Wiederaufbaufonds an Warschau, solange das Land sich weiter gegen die EU-Grundrechte stellt. Als Reaktion darauf hat Polen angekündigt, im kommenden Jahr seine EU-Beiträge nicht zu zahlen.
In diesem Fall, so heißt es aus Brüssel, wird die EU auch alle anderen „regulären“ EU-Zahlungen an Polen aussetzen. Auch die Auszahlung der GAP-Landwirtschaftsgelder gerät so in Gefahr.

