Durch einen Computervirus von Kriminellen beim Mutterunternehmen mehrerer großer Traktorenfabriken steht ein Teil der Produktion still. Der Erpressungsversuch und Computervirus bei AGCO in den Vereinigten Staaten trifft große Marken wie Fendt, Massey Ferguson, Challenger, Gleaner und Valtra.
Der Konzern meldete am vergangenen Wochenende, Opfer eines Ransomware-Angriffs geworden zu sein, und erwartet, dass die Geschäftstätigkeiten eingestellt werden. Auch an einem Standort in Deutschland stehen die Produktionsbänder still, doch das Unternehmen gibt bisher keine weiteren Informationen über das Ausmaß bekannt.
Laut der Allgäuer Zeitung wurden Tausende Fendt-Mitarbeiter am Standort in Marktoberdorf vorübergehend nach Hause geschickt. Die Zeitung berichtet, dass keiner der Firmencomputer in Marktoberdorf eine Internetverbindung hat. Daher konnten keine Traktoren produziert, keine Teile bestellt oder geladen und nicht einmal Gehaltsabrechnungen erstellt werden.
AGCO erzielt einen weltweiten Umsatz von mehr als 9 Milliarden US-Dollar, beschäftigt 21.000 Menschen und ist Eigentümer mehrerer Marken. In den Vereinigten Staaten gibt es seit einiger Zeit eine Welle von Cyberangriffen auf halböffentliche Unternehmen und Lebensmittelbehörden.
Im vergangenen Monat warnte das FBI die Landwirtschaftsbranche vor Ransomware-Angriffen. Das FBI gab im vergangenen September eine ähnliche Warnung nach Ransomware-Angriffen auf zwei große Lebensmittelzulieferer, NEW Cooperative und Crystal Valley, heraus.
Alle Unternehmen, die unmittelbar mit der Lebensmittelproduktion und -lieferung verbunden sind, gelten als kritische Infrastrukturobjekte und werden von Hackern für großen finanziellen Gewinn angegriffen.

