Eine internationale Polizeiermittlung identifizierte 22 Verdächtige, die in eine Verschwörung zur Versendung von Bombenbriefen verwickelt sein sollen, nachdem im Jahr 2024 mehrere Postpakete im Vereinigten Königreich, Deutschland und Polen in Brand gerieten. Die Situation hätte weitaus ernster ausgehen können, wenn die Pakete während des Transports im Frachtraum eines Flugzeugs explodiert wären.
Das erste Paket fing in einem Gepäckdepot in Birmingham Feuer. Ein weiteres Paket geriet am Flughafen Leipzig in Brand, kurz bevor es in ein Flugzeug verladen werden sollte.
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Testsendungen
In Polen entflammte ein Feuer in einem LKW, der eines der Pakete transportierte. Ein zweites Paket in Polen wurde rechtzeitig sichergestellt, wodurch Ermittler die Sprengvorrichtung entschärfen konnten.
Die Ermittler entdeckten zudem zwei sogenannte Testpakete, die in die Vereinigten Staaten und nach Kanada verschickt worden waren. Auch in Amsterdam wurden zwei Pakete gefunden, die für dieselben Ziele bestimmt waren.
Litauen
Wegen des internationalen Ausmaßes der Vorfälle wurde ein gemeinsames Ermittlungsteam unter Koordination der europäischen Agentur Eurojust eingerichtet. Ermittler aus Litauen, Polen, dem Vereinigten Königreich, Deutschland und den Niederlanden arbeiteten zusammen, um Beweise zu sammeln und Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Vorfällen festzustellen. Europol leistete dabei operative Unterstützung.
Die Ermittlungen führten zur Identifizierung von 22 Verdächtigen in Litauen und Polen. Den Behörden zufolge wurden Personen für die Operation in verschiedenen Ländern rekrutiert, darunter Russland, Lettland, Estland, Litauen und die Ukraine. Zwei Strafverfahren wurden bereits an Gerichte in Litauen und Polen weitergeleitet. Die Prozesse gegen die Verdächtigen werden für später in diesem Jahr erwartet.
Sabotage
Im Vereinigten Königreich mündete die Ermittlung in der Festnahme eines 38-jährigen Rumänen, der im März letzten Jahres am Flughafen Stansted wegen des Verdachts der Unterstützung eines ausländischen Geheimdienstes festgenommen wurde. Er wurde später freigelassen, während die Ermittlungen fortgesetzt wurden.
Früher hatten europäische Polizeibehörden bekanntgegeben, dass Verdächtige wegen verschiedener Brandstiftungen in EU-Ländern festgenommen wurden. Diese sollen auf Anweisung russischer Funktionäre gelegt worden sein. Zudem gibt es Meldungen über Verdachtsmomente ausländischer Beteiligung an der Sabotage von Kabelleitungen an Eisenbahnstrecken in Frankreich, Deutschland und den Niederlanden.

