Die russische Landwirtschaft ist zum ersten Mal seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion ein Netto-Lebensmittelexporteur geworden. Im vergangenen Jahr exportierte Russland 79 Millionen Tonnen Lebensmittelprodukte im Wert von insgesamt 30,7 Milliarden Dollar, während die Importe 29,7 Milliarden Dollar betrugen.
Dem AgroExport Center des Landwirtschaftsministeriums zufolge exportierte die russische Wirtschaft mehr Rohstoffe. Dies war bei Getreide, Fleisch, Fisch, Gemüse und Milchprodukten der Fall. Dadurch wurde die russische Landwirtschaft erstmals seit 1991 zum Netto-Lebensmittelexporteur.
Vor dieser Zeit wurden für viele russische Regionen noch Getreide und Lebensmittel importiert, und das Land war gelegentlich von Lebensmittelknappheit betroffen. Darüber hinaus erzielte Russland im Jahr 2020 die zweitbeste Getreideernte aller Zeiten, wobei Türkei mit 9 Millionen Tonnen der wichtigste Abnehmer war, was einem Wert von 1,9 Milliarden Dollar entspricht.
Das größte Exportwachstum Russlands kam durch Fleisch mit einer Steigerung von 49 Prozent, geschätzt auf fast 900 Millionen Dollar, hauptsächlich aufgrund der hohen chinesischen Nachfrage. Zweiter Kunde ist die Türkei mit 10 Prozent und dritter Kasachstan mit 7 Prozent. Russland exportiert eigenen Angaben zufolge Lebensmittelprodukte in insgesamt 150 Länder.
Moskau hat kürzlich eine höhere (vorübergehende) Steuer auf Getreideexporte eingeführt. Damit möchte die russische Regierung das Überschussangebot auf dem Binnenmarkt halten und so einen Anstieg der Lebensmittelpreise verhindern.
Russland will diese Intervention auf dem Getreidemarkt erst aufheben, wenn sich der Markt stabilisiert. Für die laufende Saison erscheint eine Rücknahme der Maßnahmen eher unwahrscheinlich.

