Mehr als 70 Prozent der 1.600 Befragten befürworten die Einführung einer speziellen biologischen Berufsprüfung, während 66 Prozent die Ernennung spezialisierter Lehrkräfte unterstützen.
Die derzeitigen Ausbildungsangebote sind noch stark auf die traditionelle Landwirtschaft ausgerichtet. Mit praxisorientierten Programmen und innovativen Unterrichtsmethoden hofft der Bio-Sektor, sowohl junge Menschen anzuziehen als auch der steigenden Nachfrage nach biologischen Produkten gerecht zu werden.
Der ökologische Landbau nimmt einen großen Teil der Schweizer Landwirtschaft ein. Das landwirtschaftliche Bildungsangebot konzentriert sich jedoch nach wie vor hauptsächlich auf die Vermittlung traditioneller Anbaumethoden. Die aktuelle Berufsausbildung umfasst lediglich neun Module mit Bezug zum ökologischen Landbau. Lediglich Demeter-Produzenten verfügen über eine gesonderte Qualifikation auf Berufsexamensebene.
Da mehr als die Hälfte der Schweizer Landwirtschaftsleiter innerhalb der nächsten 15 Jahre in den Ruhestand gehen wird, steigt die Nachfrage nach gut ausgebildeten Führungskräften für den Bio-Sektor stark an. Bereits jetzt haben über vierzig Prozent der Biobetriebe einen Mangel an Personal mit fundiertem Fachwissen.
Bio Suisse-Präsident Urs Brändli hat wiederholt betont, dass der ökologische Sektor diese Chance nutzen müsse, um eine eigene Berufsbildung einzurichten. Die Schweizer Bio-Branche sagt, dass eine eigene Berufsbildung nicht nur die Defizite im aktuellen Ausbildungsangebot ausgleichen, sondern auch die Attraktivität des Bio-Sektors steigern könne.
Neue Fachhochschulausbildungen sollten sich auf die Vermittlung praktischer Fähigkeiten und eine Ausrichtung auf Innovation konzentrieren, die auf die Herausforderungen der Nachhaltigkeit und die sich ändernde Nachfrage der Verbraucher abgestimmt sind.
Das Vorhaben hofft auch, jüngere Generationen für eine Karriere im ökologischen Landbau zu begeistern, was angesichts des hohen Anteils an bald in den Ruhestand gehenden Landwirten von entscheidender Bedeutung ist.
Die Allianz der Bioproduktsorganisationen sieht die spezielle biologische Berufsprüfung als Schlüssel zur Förderung von Innovation und Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft. Dies würde nicht nur den aktuellen Bedürfnissen des Sektors gerecht werden, sondern auch langfristig dazu beitragen, neue Generationen auszubilden, die in der Lage sind, moderne Herausforderungen im ökologischen Landbau zu meistern, so heißt es.

