Der Schweizerische Bauernverband lehnt auch den neuen Vorschlag der Schweizer Regierung zum Schutz des Trinkwassers durch Reduzierung chemischer Pflanzenschutzmittel in der Landwirtschaft ab. Die Regierung hatte einen früheren Vorschlag abgeschwächt, nachdem dieser kürzlich in einem Referendum abgelehnt worden war.
Die Schweizer Landwirte finden weiterhin, dass auch andere Wirtschaftszweige zur Begrenzung von Luft- und Bodenbelastungen beitragen müssen. Sie plädieren für eine 10%ige Reduzierung von Stickstoff und Phosphor statt der jetzt vorgeschlagenen 20%. Außerdem sind sie der Ansicht, dass die 3,5% Fläche für mehr Biodiversität auf dem Ackerland keine reduzierende Wirkung hat.
Der Bauernverband erklärt, dass man den Zielen des Regierungsplans (saubere Umwelt, Schutz von Boden und Trinkwasser) zustimmt, nicht aber mit der Art und Weise, wie die Regierung in Bern diese erreichen will. Aus Sicht der „Landwirtschaftskammer“ muss die Vorlage korrigiert werden.
Der im Juni abgelehnte Gesetzesentwurf war Teil des Plans, das Pariser Klimaabkommen einzuhalten. Die Schweizer Regierung will die CO2-Emissionen bis 2030 halbieren, unter anderem durch Steuern auf industrielle Emissionen, Gebäudesanierungen, Benzin, Diesel, Heizöl und Flugreisen.
Zeitgleich wurde ein Referendum über die Reduzierung des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft durchgeführt. Da die Lasten nach Ansicht vieler Schweizer nicht gerecht verteilt wurden, erhielten beide Vorschläge keine Mehrheit.
Die Schweizer Regierung hat nun einen leicht angepassten Vorschlag vorgelegt, der nach Ansicht der Landwirtschaftskammer (Laka) die frühere Kritik an der Lastenverteilung weiterhin nicht berücksichtigt. Wieder treffen die Maßnahmen nahezu ausschließlich den Agrarsektor, so wird gesagt.

