Der Neuling ist nun mit ein oder zwei Sitzen in zwei großen Provinzhauptstädten und in einem Regionalrat vertreten. Espana Vaciada ist ein Bündnis verschiedener regionaler politischer Gruppierungen, die seit 2019 mit einem Abgeordneten (Tomas Guitarte aus dem Bezirk Teruel) im spanischen Parlament sitzen.
Mit seiner Provinzpartei ist er dieses Jahr in das landesweite Landpartei-Bündnis eingetreten, dessen wichtigster Schwerpunkt mehr staatliche Investitionen zur Erhaltung der Lebensfähigkeit auf dem Land sind.
In den letzten Jahrzehnten ziehen aufgrund von Arbeitslosigkeit und Armut immer mehr Spanier in die großen Städte oder sogar ins Ausland. Das lokale Parteienbündnis war diesmal in 234 Gemeinden, 50 Regionalräten und 13 Provinzen angetreten.
Da die regierende sozialdemokratische Partei PSOE von Ministerpräsident Pedro Sánchez in ganz Spanien erhebliche Verluste erlitt, hat dieser beschlossen, vorgezogene Parlamentswahlen anzusetzen. Diese sollen spätestens Ende des Jahres stattfinden, wurden aber nun vom PSOE-Chef vorgezogen auf den 28. Juli. Die konservative Partei PP (Partido Popular) ging nicht nur in der Hauptstadt Madrid, sondern auch in vielen anderen dicht besiedelten Städten und Regionen als stärkste Partei hervor.
Die Parlamentswahlen in zwei Monaten werden vor allem zwischen diesen beiden politischen Gegnern ausgetragen, da zwei linke und zentristisch-rechte Flügelparteien nahezu ausgelöscht wurden. Nach Kommentaren kehrt Spanien zu einem Zweiparteiensystem zurück. Nur die rechtsradikale Vox bleibt noch einigermaßen stabil; sie kann in einigen Provinzen der PP bereits zu einer Mehrheit verhelfen.
Espana Vaciada hat bisher nicht auf die vorgezogenen nationalen Wahlen reagiert, sagte aber Anfang des Jahres, dass „ganz Spanien unter der Entvölkerung des ländlichen Raums“ leide und dass sie geplant hätten, sich landesweit zur Wahl zu stellen. In diesem Fall könnten die nationalen Wahlen eine Übung für die Europawahlen in Spanien im Juni 2024 sein.

