Das Oberste Gericht des US-Bundesstaates Washington hat im Berufungsverfahren die Lebensmittelindustrie zu einer Rekordstrafe von 18 Millionen Dollar verurteilt.
Die Grocery Manufacturers Association (GMA) führte 2013 eine Kampagne gegen einen Gesetzentwurf für Lebensmittelkennzeichnungen, die den Einsatz von Gentechnik in Lebensmitteln angeben sollten. Dabei verschwieg die GMA, dass diese millionenschwere Kampagne, einschließlich langwieriger Prozesse, von großen Agrar- und Lebensmittelkonzernen wie Coca-Cola, General Mills und Nestlé finanziert wurde.
Die Sponsoren wurden erst bekannt, nachdem das Büro von Generalstaatsanwalt Bob Ferguson eine Klage wegen Verletzung der staatlichen Gesetze zur Kampagnenfinanzierung eingereicht hatte.
In den Vereinigten Staaten gilt, dass politisch gefärbte Kampagnen und Aktionen offenlegen müssen, wer der Sponsor ist. Dies gilt nicht nur für Werbespots für Politiker, sondern auch für die Finanzierung öffentlicher Aktionen.
Das Gericht erklärte, dass die Versuche der GMA, die Identität der Unternehmen, die die Kampagne von 2013 finanzierten, zu verbergen, den Kern von offenen und transparenten Aktionen treffen.
Die GMA hatte mehr als 11 Millionen Dollar ausgegeben, um den Gesetzentwurf zur Kennzeichnung genetisch veränderter Lebensmittel zu stoppen.
In den Vereinigten Staaten kann nicht nur die Bundesebene Regeln und Gesetze zu Lebensmittelkennzeichnungen erlassen, sondern auch jeder Bundesstaat eigene Gesetze festlegen, sofern diese nicht im Widerspruch zu Bundesgesetzen stehen. Dadurch sind die Vorschriften in einigen Bundesstaaten viel strenger als in anderen. Dies spielt auch eine Rolle bei den Prozessen gegen Bayer/Monsanto, die alle in Kalifornien angestrengt werden.

