Das schweizerisch-chinesische Chemieunternehmen Syngenta hat die Schweizer Bevölkerung vor den Folgen eines Verbots der Verwendung von Pestiziden in der Landwirtschaft gewarnt. Laut Firmenchef Eric Fyrwald müssten die Schweizer mehr Lebensmittel importieren, wenn sie aufgrund fehlender Wachstumsförderer selbst weniger anbauen.
Der Syngenta-Chef äußerte sich zu den beiden Referenden „Für sauberes Trinkwasser und gesunde Ernährung“ und „Für ein Schweiz ohne synthetische Pestizide“, über die am 13. Juni in der Schweiz abgestimmt wird. Er erklärt, dass er die Notwendigkeit einer sauberen Umwelt verstehe und die „existenzielle Bedrohung“ durch den Klimawandel anerkenne.
Ein „Ja“ an der Urne würde nur dazu führen, dass in der Schweiz viel mehr Lebensmittel importiert werden müssten. „Wenn man Landwirten die Pestizide wegnehme, sinke die Nahrungsmittelproduktion um mindestens 40 Prozent“, warnte Fyrwald. Er sieht sein Unternehmen nicht als Ursache des Problems, sondern als potenziellen Problemlöser.
Das Schweizer Unternehmen Syngenta AG war bis 2017 an der Schweizer Börse notiert, bis es vom chinesischen Chemchina übernommen wurde. Die Gruppe ist seit der Fusion mit dem israelischen Adama und den Agrarbetrieben von Sinochem erheblich größer geworden. Ziel ist es, bis Mitte 2022 wieder ein börsennotiertes Unternehmen zu werden.
„Wir machen gute Fortschritte, um für die Rückkehr an die Börse bereit zu sein“, sagte Fyrwald am Donnerstag in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AWP. „Es geht in die richtige Richtung“, so seine Aussage. An der Börse hatte Syngenta Mitte 2022 bereits ein starkes Wachstum von 20 Prozent für das erste Quartal 2021 angekündigt.
Der amerikanisch-norwegische Fyrwald wurde vor fünf Jahren zum Leiter der Agrargruppe Syngenta ernannt und gilt seitdem als einer der mächtigsten Agrarmanager weltweit. Er warnt die Schweizer vor den Folgen der Annahme der beiden Agrarinitiativen.

