Eine schwedische Non-Profit-Organisation hat im Namen von mehr als 1200 Personen eine Sammelklage gegen Telenor in Norwegen eingereicht. Die KlÀger behaupten, das Telekommunikationsunternehmen habe ihre Daten mit den MilitÀrmachthabern in Myanmar geteilt.
Laut der Anklage handelt es sich um Telefondaten, die nach dem Staatsstreich 2021 an die MilitĂ€rjunta ĂŒbergeben wurden. Die Betroffenen seien dadurch fĂŒr die Behörden nachvollziehbar geworden.
In Gefahr gebracht
Die KlĂ€ger sagen, dass dies sie direkt in Gefahr gebracht hat. Die MilitĂ€rbehörden hĂ€tten die Informationen genutzt, um vermeintliche Gegner aufzuspĂŒren.
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In dem Gerichtsverfahren wird behauptet, dass das Teilen dieser Daten zu Verhaftungen, Inhaftierungen und sogar Hinrichtungen beigetragen habe. Damit sei das Telekommunikationsunternehmen indirekt an schwerwiegender Repression beteiligt.
Verfolgung
Konkrete Beispiele werden in dem Fall genannt. So gibt ein Aktivist an, dass seine Daten bei seiner Verhaftung und Verfolgung verwendet wurden. Ebenso wird ein Politiker genannt, der spÀter hingerichtet wurde, wobei seine Daten zuvor geteilt worden seien.
Die KlĂ€ger fordern eine EntschĂ€digung von etwa 9.000 Euro pro Person. Sie sind der Ansicht, dass das norwegische Unternehmen fĂŒr den unzureichenden Schutz ihrer Daten verantwortlich ist.
Keine andere Wahl
Telenor hat sich inzwischen aus Myanmar zurĂŒckgezogen. Das Unternehmen beendete seine AktivitĂ€ten dort im Jahr 2022 nach dem Verkauf seiner lokalen Tochtergesellschaft.
Das Unternehmen weist die VorwĂŒrfe zurĂŒck. Nach Angaben von Telenor war es gesetzlich verpflichtet, Daten den Behörden zu ĂŒbermitteln. AuĂerdem habe eine Weigerung erhebliche Risiken fĂŒr lokale Mitarbeitende bedeutet.
Telenor erklĂ€rt, dass es keine andere Wahl hatte und die Verantwortung fĂŒr die Verwendung der Daten bei den myanmarischen Behörden liege.

