Das Pilotprojekt ist das Ergebnis eines umfangreichen Wettbewerbs in der österreichischen Landwirtschaft sowie unter Umwelt- und Klimawissenschaftlern. Immer häufigere Trockenperioden, veränderte Bodenbedingungen, extreme Wetterlagen: Die Landwirtschaft steht aufgrund des Klimawandels vor großen Herausforderungen. Was kann frühzeitig unternommen werden, um sich an die veränderten Bedingungen anzupassen?
Neben dem Bundesland Tirol bestand die Jury selbst aus der Tiroler Landwirtschaftskammer, Agrarmarketing Tirol sowie Mitgliedern der Tiroler Klimaräte und Fridays For Future, die die Idee einer solchen Modellregion vorantrieben. Das Bundesland Tirol stellt für die Modellregion in den kommenden zwei Jahren 50.000 Euro zur Verfügung.
Das ausgewählte Projekt überzeugte durch seine Vielfalt und enge Zusammenarbeit mit jungen Bauern/jungen Menschen vom Land im Bezirk Kufstein, der Landwirtschaftskammer sowie dem Managementzentrum Innsbruck und der Fachhochschule Kufstein, sagt LHStv-Landwirtschaftsreferent Josef Geisler.
Nach einer umfangreichen Bodenanalyse wurden aus der Tiroler Genbank passende Getreide- und Hülsenfruchtvarianten ausgewählt, die auf diesen innovativen Bauernhöfen angebaut werden sollen. Der Fokus liegt auf dem Anbau von Kulturpflanzen, die widerstandsfähiger gegenüber extremeren Wetterlagen sind.
Zwei Außenversuchsfelder werden für die Öffentlichkeit frei zugänglich sein. Dieser Bildungsaspekt unterstreicht laut Jury die Rolle dieser Initiativen als Katalysator für Bewusstseinsbildung und Wissensaustausch in der Gemeinschaft.
Diese Entwicklungen werden von staatlichen Stellen und lokalen Organisationen unterstützt. Die Region Kaiserwinkl wird dabei besonders als Pionier genannt, der danach strebt, im Agrarsektor klimafit zu werden.
Ein dritter Testbereich befindet sich an der Fachhochschule Kufstein: ein sogenanntes Aquaponik-System, um Wasser und Nährstoffe effizient zu nutzen und den Einsatz von Düngemitteln zu reduzieren. Ein Aquaponik-System besteht aus einem Wasserkreislauf, in dem einerseits Fische leben und andererseits zur Bewässerung von Pflanzen genutzt wird.
Der Einsatz von Aqua-Techniken bei der Bewässerung kann auch wirtschaftliche Vorteile für Bauern in der Region bringen. Durch eine effizientere Nutzung der Ressourcen bei gleichzeitigem Erhalt oder sogar Steigerung der Produktivität können diese Initiativen zu einem widerstandsfähigeren und nachhaltigeren Landwirtschaftssystem beitragen.
Die Tatsache, dass diese Projekte in Tirol stattfinden, unterstreicht laut Österreichern den dringenden Bedarf an verantwortungsvollen landwirtschaftlichen Praktiken. Durch Investitionen in Forschung und Innovation im Agrarsektor zeigt Tirol, dass es eine Vorreiterrolle im Kampf gegen den Klimawandel übernehmen möchte.

