Laut dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan (AKP) wird die Türkei voraussichtlich nächsten Monat Truppen nach Libyen auf Anfrage von Tripolis entsenden.
In Libyen kämpfen zwei rivalisierende Regierungen um die Macht. Die Regierung in Tripolis wird von Fayez al-Serraj geführt und von den Vereinten Nationen sowie einem Großteil des Westens unterstützt. Die Regierung in Tobruk ist mit General Khalifa Haftar verbunden und wird von Russland, Ägypten, den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) und Jordanien unterstützt.
In den vergangenen Monaten eroberte Haftar mit Unterstützung russischer Söldner große Teile des Landes. Derzeit kämpfen seine Truppen in den Vororten von Tripolis.
Letzten Monat schloss Ankara zwei getrennte Abkommen mit der Regierung in Tripolis ab, eines über Sicherheit und militärische Zusammenarbeit und ein weiteres Abkommen über maritime Grenzen im östlichen Mittelmeer. Letzteres Abkommen sorgte für heftige Kritik bei anderen Ländern der Region wie Griechenland und Ägypten.
„Da nun eine Einladung vorliegt, werden wir diese annehmen. Wir werden den Gesetzesentwurf zur Entsendung von Truppen nach Libyen auf die Tagesordnung setzen, sobald das Parlament öffnet“, sagte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan (AKP). Die Abstimmung könnte am 8. oder 9. Januar stattfinden. Laut dem libyschen Innenminister Fathi Bashagha gibt es noch keine offizielle Anfrage für die Entsendung türkischer Truppen.
Ankara erwägt schon länger eine militärische Intervention in Libyen. Dennoch wäre dies ein riskanter Schritt, da die türkische Armee bereits im Syrien-Krieg verwickelt ist. Letzte Woche besuchte Erdogan Tunesien, um einen Waffenstillstand für Libyen zu besprechen.
Russland äußert Besorgnis über eine Entsendung türkischer Truppen nach Libyen. Erdogan wirft Moskau im Gegenzug vor, Söldner an Haftar zu liefern.

