Der Umsatz der deutschen Viehzucht, Land- und Gartenbau ist im vergangenen Jahr um etwa vier Prozent auf 56,3 Milliarden Euro gesunken.
Der Rückgang trat sowohl in der pflanzlichen als auch in der tierischen Produktion auf. Bei Getreide waren die Auswirkungen der Dürre in den Vorjahren noch spürbar. Der Milchpreis ist trotz Disziplin gesunken, wie erste Berechnungen des Bundesinformationszentrums Landwirtschaft (BZL) zeigen.
Das Informationszentrum schätzt den Wert der Produktion landwirtschaftlicher Kulturen für 2020 auf 26,9 Milliarden Euro; das wäre ein Rückgang von 3,6 Prozent. Laut BZL beläuft sich die tierische Produktion auf einen Gesamtwert von 26,3 Milliarden Euro, ein Rückgang von vier Prozent.
Die tierischen Produkte – Eier, Milch, Wolle und Honig – würden einen leichten Rückgang des Produktionswertes zeigen; das BZL schätzt diesen auf 12,2 Milliarden Euro, mit einem durchschnittlichen Milchpreis von 33,5 Cent pro gelieferter Kilogramm Milch.
Die Getreideproduktion lag im vergangenen Jahr mit insgesamt 43,2 Millionen Tonnen deutlich höher als im Dürrejahr 2018 mit 37,2 Millionen Tonnen. Laut der ersten Schätzung beträgt der durchschnittliche Umsatz 167 Euro pro Tonne, das sind 3,1 Prozent mehr als 2019. Der Produktionswert des deutschen Getreides sank trotz der größeren Ernte um fast drei Prozent auf sieben Milliarden Euro, so das BZL.
Die nutzbare Kartoffelmenge in Deutschland lag circa 11,2 Millionen Tonnen über der Menge des Vorjahres. Die gute Ernte, die Vorräte des Vorjahres und der Lockdown führten zu einem Durchschnittspreis von 174 Euro pro Tonne.
In der deutschen Tierhaltung gab es im vergangenen Jahr ein leicht vermindertes Schlachtvolumen bei niedrigeren Schlachtviehpreisen. Das BZL geht von einem Durchschnittspreis von 3.086 Euro pro Tonne Schlachtgewicht aus, 3,2 Prozent niedriger als im Vorjahr. Bei Schweinen kann von einem etwas geringeren Schlachtvolumen ausgegangen werden. Der Preis für Schweinefleisch aus Schlachtung wird voraussichtlich 5,2 Prozent niedriger ausfallen als im Vorjahr, nämlich 1.711 Euro pro Tonne.
Laut BZL wurden 2020 schätzungsweise 32 Millionen Tonnen Rohmilch an deutsche Molkereien geliefert. Der Milchpreis sank infolge der geringeren Absatzmöglichkeiten durch Corona im Durchschnitt um vier Prozent auf 33,5 Cent pro Kilogramm; 2019 waren es 34,6 Cent pro Kilo.

