Die UN-Klimachefin Patricia Espinosa warnt, dass die Weltklimakonferenz COP26, die nächste Woche in Glasgow stattfindet, scheitern könnte. Auch der Konferenzvorsitzende, der britische Minister Alok Sharma, und der niederländische Europaabgeordnete Bas Eickhout (GroenLinks) befürchten, dass es „sehr schwierig werden wird“, ein weltweites Abkommen zu erreichen.
Auf dem Gipfel in Glasgow müssen alle Länder bekannt geben, was sie unternehmen, um der Erderwärmung entgegenzuwirken, wie sie es 2015 in Paris vereinbart haben. Große Umweltverschmutzer wie China und Indien haben noch keine Pläne eingereicht, während die USA und die EU bereits zu weitergehenden Maßnahmen drängen.
Seit dem historischen Pariser Abkommen hat sich in den letzten Jahren viel verändert. Dürre, Brände und Überschwemmungen konfrontieren die Welt zunehmend mit den Folgen des globalen Temperaturanstiegs. Klimaaktivisten sind in vielen Ländern auf die Straße gegangen, um die Politiker zu mehr Dringlichkeit aufzurufen.
Industrie und Wirtschaft in einigen Ländern scheinen inzwischen auf dem Weg zu einer CO2-neutralen Wirtschaft zu sein. In dem ambitionierten europäischen Green Deal sind eine Reduktion der CO2-Emissionen um 55 % (bis 2030) und vollständige Klimaneutralität (bis 2050) gesetzlich verankert. Doch es ist fraglich, ob dies ausreicht, um einen Temperaturanstieg von über 2 Grad zu verhindern.
Mit den aktuellen Plänen steuert die Welt laut dem jüngsten UN-Bericht auf eine Erwärmung von 2,7 Grad zu, mit katastrophalen Folgen. „Das würde weniger Lebensmittel bedeuten, also wahrscheinlich eine Ernährungskrise. Es würde erheblich mehr Menschen anfällig für erbärmliche Bedingungen, terroristische und gewalttätige Gruppen machen“, so die UN-Beauftragte.
Konferenzvorsitzender Sharma sagte in einem Interview mit der Zeitung The Guardian: „Was wir in Glasgow zu erreichen versuchen, ist eigentlich sehr schwierig. Was sie in Paris gemacht haben, war großartig, aber es war ein Rahmenabkommen. Viele der detaillierten Regeln wurden damals auf die Zukunft verschoben. Dies wird auf vielen Ebenen sicherlich schwerer als Paris“, fügte er hinzu.
Die Chance, dass die UN-Klimakonferenz COP26 in Glasgow ebenso erfolgreich wird wie die in Paris 2015, ist „fast null“, sagt auch Europaabgeordneter Bas Eickhout. „Im besten Fall wird es halb voll, halb leer“, erwartet er. Dennoch könne bei Teilthemen durchaus etwas erreicht werden, meint der GroenLinks-Politiker, der selbst in der zweiten Woche des Gipfels in die schottische Stadt reisen wird. Er gehört der Delegation des Europäischen Parlaments an.
Das Europäische Parlament hofft unter anderem, dass die Abschaffung von Subventionen für fossile Brennstoffe während der Konferenz näher rückt. Laut Eickhout (GroenLinks) muss Europa hier selbst noch viel mehr tun.

