Die US-Regierung droht internationalen Reedereien mit Maßnahmen, die seit einiger Zeit verweigern, leere Seecontainer für den Export amerikanischer Agrarprodukte zu nutzen. Die Biden-Regierung gibt an, dass Washington gegen sie vorgehen kann, doch die Transportunternehmen bestreiten dies.
Das USDA hat am Freitag ein Schreiben an die Reedereien veröffentlicht, das von Landwirtschaftsminister Tom Vilsack und seinem Kollegen Pete Buttigieg (Verkehr) stammt. Darin fordern sie, dass chinesische Container nicht länger leer zurückgeschickt werden. US-Exporteure von Lebensmitteln und Agrarprodukten klagen darüber, dass sie kaum noch in asiatische Länder exportieren können, da fast keine Container mehr verfügbar sind und die Preise dafür extrem hoch sind.
Der asiatisch-amerikanische Handel erfolgt nahezu ausschließlich per Containertransport über den Pazifik zu den westlichen Häfen von Long Beach und Los Angeles in Kalifornien. Bis zum letzten Jahr wurden die Container für die Rückfahrt mit US-Exportgütern beladen (Reis, Milchprodukte, Mais, Wein, Mandeln, Getreide, Schweinefleisch), auch in nördlicher gelegenen anderen Häfen an der US-Westküste, wie Oakland und Portland.
Doch die Nachfrage nach chinesischen Exportgütern ist so groß, dass Exporteure den Reedereien zusätzliche Zahlungen leisten, damit sie nach dem Löschen sofort nach China zurückkehren und keine Zeit mit dem Abholen von US-Exporten vergeuden. In den letzten Monaten bringen US-Exporteure daher ihre Produkte selbst zu den Häfen von Long Beach oder Los Angeles, die dadurch "verstopfen", während Kais und Umschlag in anderen Häfen leerstehen.
Neben einer vagen Warnung vor möglichen neuen Maßnahmen der Federal Maritime Commission äußerten die beiden US-Minister scharfe Kritik an Reedereien wie China Ocean Shipping Company (COSCO), Evergreen Shipping Agency, Maersk und Hapag-Lloyd AG.
Derzeit verlässt etwa drei Viertel des Containerverkehrs den Hafen von Los Angeles mit leeren Containern.

