Die Soldaten der Vereinigten Staaten und der NATO können innerhalb von vierzehn Monaten aus Afghanistan abgezogen werden. Dies teilten die amerikanische und die afghanische Regierung in einer gemeinsamen Erklärung mit. Die USA und die Taliban haben nach eineinhalb Jahren Verhandlungen eine Grundvereinbarung geschlossen, um langfristig zu einer Friedensregelung in Afghanistan zu gelangen.
Das nun in Dubai geschlossene Abkommen ist von der afghanischen Regierung nicht unterzeichnet worden. Es ist vorgesehen, dass in Kabul Verhandlungen zwischen den Taliban und der afghanischen Regierung beginnen, sodass schließlich eine gemeinsame afghanische Regierung entsteht. Einer der ersten Schritte auf dem Weg zum Frieden soll der Abzug der ersten 8600 amerikanischen Soldaten innerhalb von 135 Tagen nach Unterzeichnung des Abkommens sein.
UN-Generalsekretär António Guterres hat die Grundvereinbarung zwischen den USA und den Taliban begrüßt. Er betonte dabei, dass das Abkommen zur Folge haben müsse, dass die Gewalt im Land nun eingeschränkt bleibt. Die Taliban und die USA haben in Katar eine Vereinbarung getroffen, die zu einer Friedensregelung für Afghanistan führen soll.
Die EU bezeichnete die Unterzeichnung als „wichtige erste Schritte“. Auch der niederländische Außenminister Blok nannte es „einen ersten Schritt zum Frieden“. Der amerikanische Präsident Trump begrüßte die Unterzeichnung der Grundvereinbarung als „den Anfang vom Ende Amerikas längstem Krieg“.
Trump, der wenig von ausländischen Militäreinsätzen hält, freut sich über diesen möglichen Erfolg in der Außenpolitik. Im Oktober 2001 fielen die Amerikaner in Afghanistan ein. Sie gingen gegen die Taliban vor, die der Terrororganisation Al-Qaida, verantwortlich für die Anschläge vom 11. September, Unterschlupf geboten haben sollen. Im Krieg in Afghanistan fanden seit 2001 150.000 Afghanen und mehr als 2400 amerikanische Soldaten den Tod. 1100 NATO-Soldaten starben, darunter auch 25 Niederländer.
Die niederländische Journalistin und Afghanistan-Kennerin Bette Dam sieht das nun geschlossene Abkommen ebenfalls als möglichen Beginn einer neuen Periode. Sie hat die Verhandlungen in Dubai aus nächster Nähe verfolgt. Die Amerikaner sehen die Taliban als Gruppe, die Al-Qaida immer unterstützt hat. Viele Amerikaner behaupten, die Taliban hätten auch mit den Anschlägen am 11. September zu tun gehabt, aber das stimmt nicht. Laut ihr sind die Taliban viel mehr eine pro-westliche Gruppe, als viele denken. Sie bekämpfen schon seit langer Zeit die militanten und fundamentalistischen IS.
Die Vereinigten Staaten lassen die afghanische Politik ab jetzt in Ruhe und werden die Sanktionen gegen Taliban-Führer aufheben. Die Frage ist, wie das Land in Zukunft regiert werden wird. Die derzeitige Regierung hat das Abkommen nicht unterzeichnet.
„Die Taliban wollen gern einen rein islamischen Staat, ein islamisches Emirat“, sagt Bette Dam. „Was man oft hört, ist, dass es durchaus eine Art Iran werden könnte.“ Laut Dam sei es noch viel zu früh, das Abkommen bereits „historisch“ zu nennen. „Viel hängt davon ab, ob die derzeitige afghanische Regierung mit den Taliban verhandelt. Diese Gruppen sind weiter auseinander als je zuvor.“

