Die US-Umweltschutzbehörde EPA hat das Unkrautvernichtungsmittel Dicamba des Chemiekonzerns Bayer trotz erheblicher Kritik für fünf Jahre zugelassen.
Die Zulassung betrifft auch die Produkte XtendiMax und Engenia von Bayer und BASF sowie Tavium Plus des Schweizer Unternehmens Syngenta. Die Entscheidung der EPA ist jedoch umstritten.
In den USA war Dicamba nach Schäden an Kulturen während der Ernte im Juni nach gerichtlichen Verfahren verboten worden. Ein Gericht in San Francisco hatte bestätigt, dass die EPA bei der vorherigen Zulassung im Jahr 2018 Fehler gemacht hatte und hatte die Registrierung des Herbizids widerrufen.
Das chemische Pflanzenschutzmittel sorgte für Schlagzeilen, nachdem Landwirte Schäden an ihren Kulturen gemeldet hatten, weil Dicamba von Nachbarfeldern auf ihre Äcker verweht wurde und damit auch nicht gentechnisch veränderte Pflanzen erreichte.
EPA-Chef Wheeler betonte, dass die jetzt erteilte Zulassung Hand in Hand mit neuen Kontrollmaßnahmen geht, die eine sichere und umweltfreundliche Verwendung der Produkte gewährleisten sollen.
Dicamba sorgt schon lange für Aufregung und Streit in der Landwirtschaft. Das Herbizid vernichtet nicht nur Unkraut, sondern auch Pflanzen – sofern sie nicht aus gentechnisch veränderten Samen stammen.
Die Tatsache, dass Dicamba auf benachbarte Felder verweht und dort die Pflanzen schädigt, führt seit Jahren zu bitteren Streitigkeiten unter US-Bauern. Der amerikanische Saatgut-Gigant Monsanto, der 2018 von Bayer übernommen wurde, war einer der Hersteller von Dicamba.

