Die US-Regierung hat beschlossen, neue Zölle auf die Einfuhr von russischem Dünger um einige Monate zu verschieben. Die im August angekündigten Sanktionen sollen das Regime von Alexander Lukaschenko für betrügerische Wahlen bestrafen und als Reaktion auf dessen "Migrantenschmuggel in die Europäische Union" dienen.
Die Biden-Regierung plant weiterhin, den Export von Kalidünger aus Weißrussland mit Sanktionen zu belegen, wird dies aber erst Ende April umsetzen. Das gibt amerikanischen Landwirten Zeit, Vorräte anzulegen, so die National Corn Growers Association.
Die Biden-Regierung kündigte im August erstmals Sanktionen gegen Weißrussland an – darunter gegen zwei große Staatsunternehmen, die jährlich etwa 13 Millionen Tonnen Kalidünger exportieren.
Eine Verkettung von Ereignissen führt derzeit weltweit zu steigenden Kosten für Dünger. So hat China den Export von Phosphatdüngemitteln blockiert, und der Hurrikan Ida hatte in den USA Auswirkungen auf die Produktion von Glyphosat und Stickstoff. Zudem empfahl das US-Handelsministerium die Einführung von Zöllen auf die Einfuhr von Harnstoff-Ammoniumnitrat aus Russland sowie Trinidad und Tobago.
Die US-International Trade Commission hat in diesem Jahr ebenfalls entschieden, Zölle auf die Einfuhr von Phosphatdünger aus Marokko und Russland zuzulassen. Der marokkanische Düngerproduzent OCP legt gegen diese Entscheidung Berufung ein.
„Der amerikanische Landwirt sollte nicht für die Handelspraktiken ausländischer Regierungen oder für Meinungsverschiedenheiten zwischen multinationalen Konzernen leiden“, sagte ein Sprecher der US-Landwirte. „Dennoch ist genau das der Fall, wenn Sanktionen oder Zölle eingeführt werden. Die Landwirte bezahlen den Preis, andere profitieren."

