Im Ostchinesischen Meer ist das Viehtransportschiff Gulf Livestock 1 in einem schweren Sturm gekentert und gesunken. Dabei kamen 43 Besatzungsmitglieder und fast 6000 Kälber ums Leben. Ein Besatzungsmitglied konnte gerettet werden. Das Schiff transportierte fast 6000 Rinder aus Neuseeland auf dem Weg nach China.
Die Gulf Livestock 1 sendete am Mittwoch einen Notruf, als westlich der Insel Amami Oshima ein Taifun mit starkem Wind und hohen Wellen das Gebiet heimsuchte. Die Besatzung bestand aus 39 Männern von den Philippinen, zwei aus Neuseeland und zwei aus Australien.
Die Gulf Livestock 1 war am 14. August von Napier in Neuseeland mit einer Ladung von 5.867 Rindern auf dem Weg zum Hafen Jingtang in Tangshan, China, ausgelaufen. Die Reise sollte laut Angaben von Beamten des neuseeländischen Außenministeriums gegenüber Reuters ungefähr 17 Tage dauern.
Das 139 Meter lange Schiff unter panamaischer Flagge wurde 2002 gebaut und wird von der in Amman ansässigen Rahmeh Compania Naviera SA geführt. Die Ladung junger Rinder wurde von Australasian Global Exports mit Hauptsitz in Australien exportiert, einem Unternehmen, das auf den Export lebender Tiere spezialisiert ist und eigene Quarantäneeinrichtungen in China betreibt.
Die neuseeländische Tierschutzorganisation SAFE erklärte als Reaktion, dass die Katastrophe erneut die Risiken des Exports lebender Tiere aufzeige. „Diese Kühe hätten bei einer solchen Wettervorhersage niemals auf See sein dürfen“, so die Kampagnenleiterin Marianne Macdonald.
Nach Angaben des chinesischen Zolls hat China in diesem Jahr bisher mehr als 46.000 Stück Vieh aus Neuseeland importiert, hauptsächlich um die wachsende Zahl chinesischer Milchviehbetriebe zu versorgen.
Im vergangenen Jahr hatte Neuseeland bereits seinen Export lebender Tiere eingeschränkt, nachdem bekannt wurde, dass Tausende der aus Neuseeland und Australien exportierten Tiere während des Transports starben. Das neuseeländische Ministerium für Primärindustrien (MPI) teilte nun mit, dass die Anträge auf Exportgenehmigungen für lebende Tiere nach dem Untergang des Viehtransportschiffs vorübergehend ausgesetzt wurden. Wann der Export wieder aufgenommen wird, ist noch unklar.

