Die niederländischen Wasserleitungsunternehmen Vewin und die Union der Wasserverbände fordern ein vollständiges EU-weites Verbot der Verwendung sämtlicher PFAS-Stoffe in der Umwelt. Damit gehen sie weiter als die Regierung, die PFAS nur eingeschränkt zulassen und lediglich in nicht notwendigen Anwendungen verbieten will. Welche Anwendungen das genau sind, ist noch unklar.
Vewin und die Union der Wasserverbände haben den EU-Umweltkommissar Frans Timmermans aufgerufen, sämtliche PFAS-Stoffe zu verbieten. Dies geschah vergangene Woche in einem Gespräch mit der Spitzenverwaltung der Regierung des Vizepräsidenten der Europäischen Kommission.
Der einzige Weg, PFAS anzugehen und auslaufen zu lassen, sei ihrer Ansicht nach eine Bekämpfung an der Quelle. Einmal im Wasser oder im Boden, seien die Stoffe schwer zu entfernen. Deshalb müsse so weit wie möglich verhindert werden, dass PFAS in die Umwelt gelangen, so ihre Auffassung.
Eine Empfehlung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) berichtete im vergangenen Jahr, dass PFAS-Stoffe noch schädlicher sind als zuvor angenommen. Das niederländische RIVM rät, die Gesamtmenge, die Menschen ihr Leben lang durch Lebensmittel und Trinkwasser aufnehmen, weiter zu senken.
Niederlande hat kürzlich zusammen mit einigen EU-Ländern ein Verbot für nicht notwendige Anwendungen vorgeschlagen. Seit 2020 arbeitet die Niederlande dabei mit Deutschland, Dänemark, Schweden und Norwegen zusammen. Alle nicht notwendigen schädlichen PFAS-Stoffe, insgesamt rund 6.000, sollen auf einen Schlag verboten werden.
Damit ist dieser Vorschlag das bisher umfangreichste und komplexeste Verbot. Dennoch bietet der Vorschlag weiterhin Ausnahmen für Anwendungen, die als unverzichtbar angesehen werden. Vewin und die Union halten das für nicht weitreichend genug. Sie plädieren ausdrücklich für ein Totalausverbot.
Die Europäische Kommission veröffentlichte Anfang dieses Jahres den Aktionsplan für Null-Verschmutzung. Darin verfolgt die EU das Ziel, Umweltverschmutzung an der Quelle zu bekämpfen, und Brüssel sorgt dafür, dass der Verursacher zahlt. Vewin und die Union möchten, dass diese Prinzipien der EU-Umweltpolitik auch strikt bei der Regulierung von PFAS-Stoffen angewandt werden.

