Im Umfeld des World Forums wurde ein großer Perimeter mit Zäunen abgesperrt. Nur Anwohner mit Pass oder Wohnsitznachweis erhalten Zutritt. Diese Beschränkungen gelten auch für Teile des Diplomatenviertels der Nachbargemeinde Wassenaar sowie für das Statenkwartier.
Tausende Polizisten, Militärpolizei und Soldaten sind im Einsatz, sogar unterstützt durch Luftabwehranlagen in den Dünen an der Nordseeküste. Ein 20 Kilometer langer Autobahnabschnitt zwischen Schiphol und Den Haag wird vorübergehend komplett gesperrt.
Bei der NATO-Jahresversammlung sollen die 32 teilnehmenden Länder eine deutliche Erhöhung der nationalen Verteidigungsausgaben beschließen, um der zunehmenden russischen Militärbedrohung begegnen zu können. Einige Länder plädieren für einen Anstieg auf 5 % des BIP. Für die Niederlande würde das eine Verdopplung des aktuellen Verteidigungsbudgets bedeuten.
Die Beratungen in Den Haag sind von geopolitischen Spannungen geprägt. Der ukrainische Präsident Selenskyj wurde nicht zum Gipfel selbst eingeladen, jedoch zu einem Empfang durch den niederländischen König. Selenskyjs Teilnahme ist aufgrund der Lage im Nahen Osten unsicher.
Der US-Präsident Trump hat angekündigt, nach Den Haag zu kommen. Seine Anwesenheit ist dennoch noch nicht vollständig gesichert, auch wegen möglicher Änderungen seiner Reiseplanung im Zusammenhang mit dem Konflikt im Nahen Osten. Europäische Zeitungen weisen darauf hin, dass Trump den jüngsten G7-Gipfel früher als geplant verließ und auch ein Treffen mit Selenskyj vermied.
In Den Haag wurden mehrere Demonstrationen angekündigt, darunter Proteste gegen Trumps Besuch. Die Behörden rechnen mit vielfältigen Aktionen, sowohl von Friedensgruppen als auch von pro-NATO-Demonstranten. Demonstrationen, die eine Genehmigung erfordern, werden streng reguliert.
Der Gipfel hat auch praktische Folgen für Unternehmen in der Region. Royal FloraHolland warnt vor logistischen Störungen rund um ihre täglich weltberühmten Blumenauktionen.

