Moskau richtet seine Warnung vor allem an die Türkei und die USA. Laut Russland könnten neue Lieferungen die bilateralen Beziehungen und das Vertrauen beschädigen. Zudem zweifelt Russland an Ländern, die einerseits an Diplomatie zur Beendigung des Krieges beteiligt sind und der Ukraine gleichzeitig neue Waffen liefern.
Die Türkei spielt eine wichtige Rolle bei der neuen Bewaffnung der Ukraine. Es handelt sich unter anderem um amerikanische Waffen, die über die Türkei verfügbar gemacht werden. Zum Paket gehören siebzig ATACMS-Raketen und zwölf M270-Raketenwerfer. Damit erhält die Ukraine erneut US-amerikanische Langstreckenwaffen.
Munitionsfabriken
Die russische Warnung folgt auf eine Reihe von Sicherheitsvorfällen in Europa. Am 13. August wurde die Munitionsfabrik KNDS Ammo Italy in Colleferro, etwa fünfzig Kilometer südöstlich von Rom, von einem großen Brand und einer Explosion getroffen. Die Fabrik produziert unter anderem schwere Artilleriemunition und liefert auch an die Ukraine.
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Das Feuer brach in einem Teil des Komplexes aus, in dem Schießpulver verarbeitet wird. Danach folgte eine schwere Explosion, die in beträchtlicher Entfernung hörbar war und Sachschäden verursachte. Es gab keine Todesopfer oder Verletzten. Die Mitarbeiter konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. Italienische Behörden und das Unternehmen begannen Ermittlungen.
Bisher gibt es keine Belege für eine russische Beteiligung an der Explosion. Italienische Ermittler behandelten den Vorfall zunächst als Industrieunfall, und russische Sabotage wurde nicht festgestellt. Drei Tage zuvor hatte es ebenfalls Brände und Explosionen an einem Lagerstandort des bulgarischen Waffenherstellers EMCO bei Belitsa gegeben. Auch dort gab es keine Opfer.
Drohnen-Angriffe
Darüber hinaus untersuchen die deutschen Behörden einen schweren Vorfall am Flughafen Leipzig/Halle. Dort wurde eine mit Sprengstoff beladene Drohne bei einem ukrainischen Frachtflugzeug entdeckt. US-Quellen deuteten auf Russland hin, und die deutschen Behörden untersuchten einen möglichen hybriden Angriff, jedoch wurde eine russische Verantwortlichkeit bislang nicht abschließend festgestellt.
Auch entlang der östlichen Grenze der NATO nehmen die Drohnen-Vorfälle zu. Lettland, Polen und Rumänien hatten wiederholt Verletzungen ihres Luftraums zu verzeichnen. Die NATO erklärt, dass Russland die volle Verantwortung für die gefährlichen und inakzeptablen Luftraumverletzungen entlang der Ostflanke trägt.
Ostseeländer
Über Lettland griffen NATO-Kampfjets wiederholt tatsächlich ein. Zwei italienische Eurofighter wurden gestartet, nachdem eine ausländische Drohne in den lettischen Luftraum eingedrungen war. Einer der Jets schoss die Drohne ab. Auch zwei türkische F-16 kamen zum Einsatz. Alle beteiligten Flugzeuge operierten unter NATO-Kommando.
Es war das zweite Mal, dass über Lettland eine solche Drohne abgeschossen wurde. Bereits im Juni hatten französische Kampfjets eine ausländische Drohne vom Himmel geholt. Der Ursprung der neuesten Drohne war noch unklar. Die NATO hat eine Untersuchung zu dem Vorfall eingeleitet.

