Die Verschärfung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem europäische Regierungen mit einer weiteren russischen Eskalation rechnen. Der polnische Premier Donald Tusk warnte, dass sich Russland ernsthaft auf eine Ausweitung der Kriegshandlungen vorbereitet. Seinen Angaben zufolge werden die kommenden Herbst- und Wintermonate eine besonders wichtige Phase sein.
Damit wird die russische Bedrohung in Europa immer weniger ausschließlich als Teil des Krieges in der Ukraine betrachtet. Tusk spricht auch über mögliche Folgen für Polen und die übrige Region. Gleichzeitig wurden in mehreren europäischen und NATO-Ländern Vorfälle rund um Drohnen, Brandstiftung, Explosionen und Sabotage wichtiger Infrastrukturen gemeldet.
Kreuzraketen
Großbritannien hat Kiew Zugang zu vertraulichen Informationen über britische Komponenten der Storm Shadow- und Antiraketenraketen gewährt. Frankreich unterstützt die Ukraine ebenfalls bei Plänen, solche Raketen im eigenen Land zusammenzubauen. Italien hat zudem ein neues Hilfspaket angekündigt. Damit erhalten Langstreckenwaffen einen größeren Stellenwert in der europäischen Unterstützung.
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Der britische Premier Andy Burnham hat zugesagt, dass das britische Verteidigungsunternehmen MBDA technische Informationen bereitstellt, mit deren Hilfe die Ukraine eigene Raketen herstellen kann. In Deutschland wird gleichzeitig für die Lieferung von Kreuzraketen und Waffensystemen wie Taurus plädiert.
Erst im nächsten Jahr
Die britischen und französischen Pläne zielen zudem darauf ab, die Ukraine weniger abhängig von fertigen Lieferungen aus dem Ausland zu machen. Die neuen Raketen werden jedoch nicht sofort verfügbar sein. Experten erwarten, dass die ukrainische Produktion frühestens im nächsten Jahr tatsächlich Ergebnisse bringen kann und in diesem Winter noch keinen Unterschied macht.
Leipzig
In Deutschland spielt zudem der mutmaßliche Drohnenangriff am Flughafen Leipzig/Halle eine wichtige Rolle bei der Verschärfung gegenüber Moskau. Die deutsche Regierung bereitet ein umfangreiches Maßnahmenpaket gegen Russland vor. Die deutsche Regierung bereitet sich darauf vor, Russland für den Vorfall verantwortlich zu machen. Auch US-Geheimdienste haben eine Verbindung zu Moskau hergestellt.
Berlin will sich daher nicht mit begrenzten diplomatischen Maßnahmen zufriedengeben. Russland warnt hingegen vor den Folgen der zunehmenden europäischen Militärhilfe und beschuldigt London und Paris, mit dem Feuer zu spielen. Der europäische Kurs weist vorerst jedoch in die entgegengesetzte Richtung: mehr militärische Unterstützung für die Ukraine und mehr wirtschaftlichen Druck auf Russland.

