In den Vereinigten Staaten sind möglicherweise rund 20 Millionen Hektar Ackerland durch mit PFAS belasteten Klärschlamm verunreinigt worden, der als Dünger verwendet wurde. Das geht aus einem neuen Bericht der Umweltforscher der EWG hervor.
Zahlreiche amerikanische Industrien verwenden PFAS in Tausenden von Produkten und entlassen ihre flüssigen Betriebsabfälle oft in das Kanalsystem, wonach das Residuum im Klärschlamm landet.
Die Analyse der Environmental Working Group (EWG) zeigt das Ausmaß der Verunreinigung von Ackerland durch Klärschlamm beziehungsweise biologische Feststoffe auf. Bislang ist in den USA nicht gesetzlich geregelt, dass Klärschlamm auf PFAS getestet werden muss. Gesundheitsbehörden warnen, dass diese Praxis die Lebensmittelversorgung bedroht.
PFAS ist ein Sammelbegriff für etwa 9.000 chemische Verbindungen, die verwendet werden, um Produkte hitze-, wasser- oder schmutzresistent zu machen. Sie sind bekannt als „Forever Chemicals“, da sie nicht natürlich abgebaut werden. Diese Chemikalien werden mit Krebs, Störungen der Schilddrüse, Leberproblemen und Geburtsfehlern in Verbindung gebracht.
„Wir kennen nicht das vollständige Ausmaß der PFAS-Kontamination im Schlamm, weil die amerikanische Umweltbehörde EPA es nicht zur Priorität gemacht hat, die lokalen Behörden zu verpflichten, diese zu überwachen“, sagte EWG-Direktor Scott Faber.
Schlamm ist das Nebenprodukt des Abwasserreinigungsprozesses, eine Mischung aus menschlichen Ausscheidungen und industriellen Abfällen. Die Entsorgung von Schlamm kann teuer sein, daher verarbeitet die Abfallwirtschaft ihn zunehmend als düngerwirksamen Nährstoff für Pflanzen.
Daten der EPA zeigen, dass seit 2016 Milliarden Kilogramm Schlamm als Dünger verwendet wurden. Schätzungsweise werden jährlich 60 % des Schlamms aus amerikanischen Kläranlagen auf Ackerland oder andere Felder ausgebracht.
In zwei US-Bundesstaaten, in denen Abfall und Schlamm auf PFAS kontrolliert werden, sind aufgrund von Feldkontaminationen bereits mehrere Farmen geschlossen worden. Die Chemikalien wurden in Pflanzen und Vieh nachgewiesen, und die Kosten für die öffentliche Gesundheit sind noch unbekannt.

