In einem Schreiben an die Zweite Kammer weist Van der Wal darauf hin, dass Nicht-EU-Mitglied Schweiz in der Ständigen Kommission des Berner Habitatschutzabkommens einen Vorschlag einreichen wird, um den Schutzstatus des Wolfs um eine Kategorie herabzusetzen. Der Wolf soll vom Anhang-2 (streng geschützte Tierarten) in Anhang-3 (geschützte Tierarten – Regelungen möglich) eingestuft werden.
Die dicht bewaldeten EU-Länder Finnland und Schweden sind die einzigen Mitgliedstaaten, von denen bekannt ist, dass sie den Schweizer Vorschlag unterstützen. Österreich wird sich der Stimme enthalten, da es vor Kurzem – innerhalb der geltenden Regeln – eine eigene Verordnung erlassen hat, die Abschussgenehmigungen für „Problemwölfe“ erlaubt. Das Europäische Parlament hat kürzlich die EU-Länder aufgefordert, ihre Provinzen und Regionen auf diese bereits bestehende Möglichkeit hinzuweisen.
Die Ministerin nennt es „ein positives Signal für die Natur in den Niederlanden, durch das sich der Wolf offensichtlich angezogen fühlt. Ich bin mir jedoch bewusst, dass viele Menschen dies anders empfinden und dass es bei Tierhaltern und Einwohnern Ängste über die Anwesenheit einer zunehmenden Zahl von Wölfen in den Niederlanden gibt“.
Ministerin Van der Wal sagt, dass die Europäische Union ihre Position zur Habitatrichtlinie und zum Schutzstatus des Wolfs unabhängig von der niederländischen Haltung aufrechterhalte. „Ich halte es nicht für klug, jetzt, im Vorfeld des gesellschaftlichen Dialogs, den der RDA organisieren wird, und des Gutachtens, das der RDA vorlegen wird, die Position der Niederlande innerhalb der EU zu ändern. Deshalb die Entscheidung, die Debatte über den Schutzstatus jetzt auf eine sorgfältige Weise zu führen“, so die Ministerin.
Sollte sich aus dem RDA-Gutachten ergeben, dass eine Neubewertung der niederländischen Position gerechtfertigt ist, wird die Ministerin darauf zurückkommen. Bereits Anfang letzter Woche ließ sie wissen, dass sie erwartet, dass der in Vorbereitung befindliche neue interprovinzielle Wolfsplan im kommenden halben Jahr endgültig festgelegt wird.
Van der Wal möchte auch „in größerem Maßstab“ eine umfassendere europäische Betrachtung der Wolfspopulation vornehmen. Deshalb wurde bereits Kontakt mit den deutschen Behörden aufgenommen, und eine weitere Zusammenarbeit mit Belgien, Luxemburg und Dänemark ist möglich.

