Der gröĂte brasilianische Fleischkonzern JBS hat als erster einen Vergleich ĂŒber 52,5 Millionen Dollar in einem Gerichtsverfahren in den Vereinigten Staaten wegen illegaler Preisabsprachen in der Rindfleischindustrie angeboten. Weitere Angeklagte in diesem Prozess sind unter anderem Fleischriesen wie Cargill Inc, National Beef Packing Co und Tyson Foods Inc.
Das âBig Meatâ in den USA hat ĂŒber Jahre das Angebot derart eingeschrĂ€nkt, dass die Preise in diesem Milliardenmarkt in die Höhe getrieben wurden. Vor zwei Jahren schloss JBS bereits einen Vergleich ĂŒber mehr als 24 Millionen Dollar in einem Ă€hnlichen Verfahren wegen Preismanipulation im Schweinefleischsektor.
JBS vereinbarte den neuen Millionenvergleich einen Monat nachdem der US-PrĂ€sident Joe Biden ein Programm fĂŒr neue Regeln ankĂŒndigte, um den Wettbewerb zu stĂ€rken und âAusbeutungâ im Fleischsektor zu stoppen. Es wird erwartet, dass die anderen Fleischkonzerne nun ebenfalls bald Schadensersatzzahlungen leisten, um einer gerichtlichen Verurteilung zu entgehen.
Die AnwĂ€lte der klagenden SupermĂ€rkte und Verbraucher bezeichneten die Einigung als einen âEisbrecherâ. In einer ErklĂ€rung sagte JBS, dass man keine Haftung anerkenne, der Vergleich jedoch im eigenen Interesse sei. Die Vereinbarung bedarf noch der Zustimmung von Oberrichter John Tunheim des Bundesgerichts in Minneapolis.
PrĂ€sident Biden Ă€uĂerte kurz nach seiner Wahl seine Besorgnis darĂŒber, dass eine kleine Gruppe von Fleischverpackern in der Lage war, die Preise fĂŒr Rindfleisch, Schweinefleisch und GeflĂŒgel zu diktieren, was den Inflationsdruck aufgrund steigender Arbeits- und Transportkosten sowie COVID-19-bedingter AngebotsbeschrĂ€nkungen verstĂ€rkte.
In diesem Verfahren warfen HÀndler, SupermÀrkte und KÀufer den weltweiten Fleischgiganten, die SchÀtzungen zufolge 80 % des amerikanischen Rindfleischmarktes kontrollierten, seit 2015 Verschwörung vor, um die Schlachtungsvolumina zu reduzieren und so einen Mangel zu erzeugen, den kleinere Unternehmen nicht ausgleichen konnten.

