Die Koalition mit unter anderem ANWB, World Wildlife Fund (WWF), Scouting Niederlande und Natuurmonumenten richtet diesen Appell in einem Manifest, das am Donnerstag in Nijmegen der Politik übergeben wurde.
Sie sind der Auffassung, dass entlang der Flüsse ausreichend Platz für noch mehr Natur vorhanden ist. Die Koalition ruft Gemeinden, Provinzen und Wasserverbände dazu auf, mit Landwirten zusammenzuarbeiten, um extensiv genutzte Wiesen, Gebüsche und Sträucher zu bewirtschaften.
Auch für Fluss- und Naturschutzmanagement ist Zusammenarbeit möglich. Das derzeitige nüchterne Hochwassermanagement gehe zulasten der Natur und führe nicht zu der dringend benötigten Naturnaheerstellung. Der WWF warnt sogar vor einem neuen „rechtlichen Verschluss“ für die Niederlande, ähnlich wie bei der Stickstoffkrise.
Mit ihrem Manifest für Lebendige Flüsse wollen die dreizehn Organisationen Verbesserungen im Integrierten Flussmanagement (IRM) erreichen, als Teil des geplanten neuen Umweltgesetzes (Omgevingswet). Diese Pläne befinden sich bereits seit 2019 in Vorbereitung.
Mehr als die Hälfte der Aueflächen entlang der niederländischen Flüsse wird für Landwirtschaft, Industrie und Sandabbau genutzt. Laut dem World Wildlife Fund sollten mindestens 30.000 Hektar neue Flussnatur hinzugefügt werden, von insgesamt 68.000 Hektar Fläche, die sich zwischen den Deichen von Maas, Rhein, Waal, IJssel und der Biesbosch befinden.
Eine Zusammenarbeit mit landwirtschaftlichen Naturschutzvereinen und Landwirten könnte zu einem natürlicheren Flusssystem und einer attraktiven Landschaft mit mehr Vielfalt führen. In diesem Zusammenhang wird auf das Kollektiv Rivierenland verwiesen, dem mehrere hundert Bauern in den Überschwemmungsgebieten von Maas und Waal angehören.

